Kulturbeutel – Der gepflegte Mann auf Reisen

am 20. September 2012

Das Kind hat viele Namen: Waschtasche, Necessaire, Beauty Case oder Kosmetiktasche. Am bekanntesten ist das Transportbehältnis für die Körperpflege auf Reisen allerdings immer noch unter seiner charmant-altmodischen Bezeichnung „Kulturbeutel“.

So recht einig sind sich die Etymologen nicht über den Ursprung des Wortes. Mit Kultur im Sinne von Pflege und Hygiene bringen sie ihn selbstverständlich in Verbindung. Auch der Erfinder der praktischen Taschen lässt sich nicht mehr genau lokalisieren. Waren es die Deutschen, die Russen – man weiß es nicht so genau. Vermutlich entwickelte sich die Tasche zum Transport für Pflegeutensilien parallel an verschiedenen Orten, im Zuge der mobiler werdenden Gesellschaft. Seit den fünfziger Jahren spricht man in dem Zusammenhang vom Kulturbeutel. Doch selbstverständlich gab es lange vorher schon Taschen und Köfferchen, um Pflegeprodukte auf Reisen beieinander zu halten.

Der Kulturbeutel hat eine klar umrissene Aufgabe: Sicher sollen darin alle Hygieneartikel transportiert werden, am besten so, dass nicht alles heillos durcheinander fliegt und vor Ort dirket greifbar ist. Aus der gewünschten Funktion heraus ergeben sich die Anfordernungen an eine Kulturtasche, die den Besitzer zufrieden stellt: Das Material soll unempfindlich und reißfest sein. Es darf eine ruppige Behandlung im Koffer nicht übel nehmen und muss auch verkraften, dass in der Eile eine feuchte Zahnbürste oder ein Waschlappen darin landen, ohne dass unschöne Wasserflecken entstehen. Besonders belastbar und robust sind in diesem Zusammenhang Materialien wie Nylon oder Mikrofaser. Im Gegensatz zu traditionelleren Materialien wie Leder punkten synthetische Materialen auch durch ihr niedriges Gewicht, was auf Reisen ja immer ein wichtiger Aspekt ist.

Wichtig ist die sinnvolle Aufteilung und ausreichende Anzahl der Fächer. Jedes Fläschchen, der Kamm, die Hautcreme, der Rasierer – alles soll seinen festen Platz finden. Immer beliebter werden Taschen zum Rollen oder gefaltete Taschen, die man vor Ort übersichtlich aufklappen beziehungsweise aufrollen kann. Mit einem Haken oder einer Schlaufe versehen, lassen sich diese modernen Kultur“beutel“ leicht auf Augenhöhe aufhängen und Sie haben die perfekten Überblick. So steht der Kulturbeutel nicht wackelig und feucht auf dem Waschbecken- oder Badewannenrand. Blindes Kramen in den Untiefen der Tasche erübrigt sich. Innefächer mit Netzstoff sind besonders praktisch, um auf einen Blick den Inhalt zu erkennen. Diese Rollen als Beutel zu betiteln, ist quasi Etikettenschwindel, wir sprechen trotzdem eine eindeutige Kaufempfehlung aus!

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