Kunert – 100 Jahre Tradition in Sachen Socken

am 15. Mai 2013

Im sudeten-deutschen Warnsdorf fing die Geschichte der Strumpfspezialisten von Julius Kunert 1907 ganz klein an: Mit einer Handstrickmaschine von Maria Kunert, die damit gewerbsmäßig Strümpfe und Strickwaren herstellen wollte.

In über hundert Jahren hat sich das Unternehmen zu einem weltweiten Experten für Strümpfe und Socken entwickelt. Sowohl feines Nylon für die Damen als auch Funktionales und Klassisches für den Herren findet man in ihrem Sortiment.

Dank der Erfindung der Cotton-Maschine 1924 konnten Maria und ihr Mann Julius sen. immer weiter expandieren. Wo zunächst 18 Arbeiterinnen 300 Paar Strümpfe pro Tag herstellten, wurde man bis zum Jahr 1930 mit 5000 Beschäftigten zum größten Strumpfhersteller Europas.

1945 war die Enteignung der Firma ein tiefer Bruch in der Unternehmensgeschichte. Doch ein mutiger Neustart in Bayern gelang und 1959 produzierten 1300 Mitarbeiter 240.000 Paar Socken pro Woche.

Vom Füßling bis zum Kniestrumpf findet der qualitätsbewusste Herr das passende bei Julius Kunert. Auch in Sachen Funktionalität gehörte das Unternehmen immer zu den Innovatoren. Ob Strümpfe mit Kompression gegen schwere Beine auf Langstreckenflüge oder extra wärmende Strümpfe für den Winter und Socken mit Kühlvermögen für den Sommer – es sollten für den Kunden keine Wünsche offen bleiben. Die Wirksamkeit der Reisestrümpfe wurde übrigens in einem umfangreichen Langzeittest mit 500 Lufthansa-Mitarbeitern bestätigt und in Dauertests an der Berliner Charité untersucht.

Strapazierfähigkeit, druckfreier Tragekomfort und optimale Passform, die auch über viele Wäschen hinweg erhalten bleibt, das sind die Zielvorgaben, die man sich bei der Entwicklung neuer Modelle setzt. Ästhetisch möchte man dabei Eleganz und Tradition verbinden.

Bis zu seinem Tod 1993 im stattlichen Alter von 93 Jahren blieb Julius Kunert jun. dem Unternehmen übrigens eng verbunden. Doch von wirtschaftlichen Turbulenzen bleibt auch ein Traditionsunternehmen nicht immer verschont. Julius Kunert traf es nun besonders heftig. Vor wenigen Tagen wurde das Insolvenzverfahren für die Julius Kunert AG eröffnet.

Dennoch gibt es einen Silberstreif am Sockenhorizont. Arndt Geiwitz – der auch mit dem Insolvenzverfahren der Drogeriekette Schlecker befasst war – steht im Gespräch mit möglichen Investoren, die den Einstieg in das Unternehmen erwägen. Die Zeichen stehen nun zum zweiten Mal auf Neubeginn.

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