Der Schnürsenkel: Wie Sie richtig anbändeln

am 29. Mai 2013

Sich die Schuhe alleine zubinden können – das ist einer der ersten Triumphe, die man im Kindergartenalter feiern darf. Warum man dabei möglicherweise lebenslänglich etwas falsch macht und was Sie modisch bei Ihren Schnürsenkeln bedenken sollten, das verraten wir Ihnen hier.

Ende des 18. Jahrhunderts lösten im Zuge der französischen Revolution schlichte Schnürsenkel die prächtigen Schnallen an adeligem Schuhwerk ab. Die protzigen Statussymbole kamen einfach aus der Mode.

Jedes Detail kann die Optik eines Kleidungsstücks auf- oder abwerten. Wie z.B. die Knöpfe an einem Mantel – oder eben die Schnürsenkel an einem Schuh.

Schnürsenkel sind rund, oval oder bandförmig. Sie können aus Baumwolle oder Kunstfaser sein, grob, fein, breit oder schmal, gestrickt, gewebt oder geflochten sein. Sie können gewachst und glänzend oder matt und locker geflochten sein. Die sogenannte Nadel, am Ende des Senkels, kann verschweißt sein oder mit einer Metall- oder Plastikkappe versehen das Einfädeln erleichtern und das Ausfransen verhindern.

Schnürsenkel erhält man in allen denkbaren Farben und mittlerweile auch bedruckt in verschiedenen Designs. Ein echter Sport ist die Vielfalt geworden, in der man den Senkel einfädelt. Anleitungen zu kunstvollen Schnürungen mit überraschenden Effekten findet man im Internet.

Für den Businessschuh gilt jedoch diskrete Zurückhaltung. Das Schnürband soll etwas dunkler als der Schuh sein und schlicht, zum Beispiel in der Parallelschnürung, gefädelt werden.
Deutlich unterschätzt wird die Gefahr von falsch geschnürten Schuhen, die sich spontan öffnen. Immer wieder kommt es dadurch zu Stürzen und Unfällen. Nicht alle sind so teuer wie das Stolpern eines Museumsbesuchers in Cambridge, der drei echte Mingvasen im Wert von mehreren hunderttausend Pfund mit sich riss.

Viele Knoten ihre Schnürsenkel mit dem sogenannten „Altweiberknoten“, bei dem Basisknoten und Schleifen in der gleichen Richtung geschlungen werden und sich so leicht wieder lösen. Vor allem, wenn es sich um glatte Kunststoffbänder handelt, kann das zu einem lästigen Problem werden. Der Programmierer Ian Fieggen hat sich intensiv mit dem Thema beschäftigt und präsentiert auf seiner Webseite, wie man Schritt für Schritt zum sicheren Knoten kommt.

Wem das nicht reicht: Es gibt auch Fachliteratur zum Thema. Burkard Polster schrieb das Handbuch: „The Shoelace Book: A Mathematical Guide to the Best (And Worst) Ways to Lace Your Shoes”.

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