Tätowierungen: Total normal oder Stolperstein für die Karriere?

am 7. August 2013

Mittlerweile schmücken sich über zehn Prozent der Deutschen mit einem Tattoo. Vor allem die Gruppe der 25- bis 34-Jährigen frönen dem permanenten Körperschmuck mit Hingabe.

2003 waren es 22,4% der deutschen Männer in dieser Altersklasse, die tätowiert waren. 2009 waren es 26%. Tendenz steigend. Bei den über 60-Jährigen sind es nur zwei Prozent.

Waren Tätowierungen lange ein No-Go im Geschäftsleben, weichen hier die strengen Vorgaben auf.

So gab zum Beispiel die Bank of America ein überraschend liberales Statement zu dem Thema ab: Für sie sei es wünschenswert, dass Ihre Angestellten eine große Vielfalt repräsentierten. Das sei gut für das Geschäft und mache sie stärker.

So offen ist man noch nicht in allen Unternehmen. Gerade im Bereich Versicherungen, Gastronomie oder Handel, speziell für Mitarbeiter mit direktem Kundenkontakt, wird häufig erwartet oder gefordert, dass am Arbeitsplatz keine Tätowierungen sichtbar sind. Extreme Tätowierungen in Gesicht oder am Hals können auf viele potentielle Arbeitgeber immer noch abschreckend wirken.

Das Tröstliche: Unter einem Business-Anzug lässt sich so manche großflächige Tätowierung verbergen. Problematisch und sogar ein Kündigungsgrund können sichtbare Tätowierungen mit sexistischer, rassistischer oder diskriminierender Aussage sein. Diese können den Betriebsfrieden schwerwiegend stören.

Das Tätowieren gibt es seit vielen tausenden Jahren. Es scheint an verschiedenen Orten unabhängig voneinander entwickelt worden zu sein. So fand man in Chile eine 7000 Jahre alte Mumie mit tätowierten Händen und Füßen. Auch der Körper der 500 Jahre alten Mumie Ötzi trug den Körperschmuck.

Die Bibel nahm bereits Stellung zu dem Thema. Im 3. Buch Mose wird „geätzte Schrift“ am Körper untersagt. So streng sieht das heute keiner mehr.

Wer auf Nummer sicher gehen will, hält sich beim Tätowieren an die sogenannte „T-Shirt-Grenze“. Er lässt sich also nur dort Farbe in die zweite Hautschichte stechen, wo es sich mit einem handelsüblichen T-Shirt verdecken lässt.

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