Trachtenwesten: Bayrische Modetradition „light“

am 27. August 2013

Jenseits des Weißwurstäquators fällt man in bayrischer Tracht mehr auf, als einem vermutlich Recht ist. Aber angesichts des nahenden Oktoberfests ist es mehr als legitim, überall im Land „trachtige“ Modeakzente zu setzen.

Wer Trachtenmode mag, sich in Lederhosen oder im Janker aber etwas verkleidet vorkommt, der ist mit einer Trachtenweste bestens bedient. Diese sieht auch in Kombination mit einer Jeans gut aus – Tracht „light“, sozusagen.

Trachtenwesten stehen, selbst in kräftigen Rot- oder Grüntönen, Männern aller Altersgruppen. Westen, die an die bayrische Tracht angelehnt sind, zeichnen sich durch gepaspelte Taschen aus. Der Stehkragen ist häufig mit einer Bordüre verziert. Die Metallknöpfe sind mit Wappen oder Naturmotiven geprägt.

Lediglich mit so einer Weste als Tribut an die Tracht wären Sie beim legendären Münchener Oktoberfest allerdings „underdressed“.

Da darf es schon eine volle Tracht wie jene aus dem Hause Lodenfrey sein. Am 21. September heißt es wieder „O’zapft is‘“. Über 200 Jahre gibt es das Volksfest bereits.

Es hat sich zu einem Event gemausert, das Touristen aus der ganzen Welt anlockt. In den Bierzelten wird geschunkelt und zu Schlagerhits gegrölt. Echten Traditionalisten wurde das irgendwann etwas zu viel des Guten, beziehungsweise des Moderen.

Für sie gibt es nun die „Oide Wiesn“, ganz im Flair der alten Zeit. Dazu gehört das traditionelle Pferderennen genauso wie der Trachtenaufmarsch und die strikte Abwesenheit von Partykrachern à la Ballermann.

Zunächst sollte die „Oide Wiesn“ nur ein einmaliges Experiment sein. Doch eine Unterschriftenaktion mit über 18.000 Unterzeichnenden bewies, dass der Bedarf an dem „geschützten Biotop“, der extra Eintritt kostet, dauerhaft vorhanden ist. Ein hoch auf die Gemütlichkeit!

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