Omas Wandteppich hält Einzug in der Männermode

am 12. September 2013

Brandneu und gleichzeitig ganz alt ist die Vision, die Dolce & Gabbana für die Herrenmode des nächsten Herbstes vorschwebte: Designs, wie man sie von mittelalterlichen Wandteppichen kennt, finden sich plötzlich auf Mänteln und Sakkos wieder.

Was der Landvogt von Welt im 15 Jahrhundert in seiner Burg über dem Kamin hängen hatte, das tragen topmodische Männer im Herbst und Winter 2013/14 als Mantel. Zumindest, wenn es nach dem Trend geht, den Dolche & Gabbana gesetzt hat.

Ihre Kollektion strotzt üppig vor Spitze, Brokat, Stillleben und alte Rosen im Kreuzstich und Petit Point Stickerei. Ein echter Augenschmaus kommt da auf uns zu, tief verwurzelt in religiösen und mythologischen Motiven.

Oft bezeichnet man solche Wandteppiche oder Möbelbezüge als „Gobelins“. Streng genommen dürfen sich so nur Werke nennen, die aus der originalen Gobelinmanufaktur in Paris stammen. Bildwirkerei oder Tapisserie heißt das, was oft in mühsamer, wochenlanger Handarbeit entsteht und durch Farbenpracht und Detailverliebtheit überzeugt.

Auf Hoch- oder Flachwebstühlen knüpfte man bildreiche Wandteppiche, auf denen meist das höfische oder religiöse Leben dargestellt wurde.

Dieser Bilderreichtum und die Symbolträchtigkeit haben die Designer offenbar inspiriert. Ein echter Hingucker waren bei der Show von Dolce und Gabbana die langen Herrenmäntel mit üppigen Blumenornamenten in satten Gold-, Rot- und Grüntönen. Bis hin zum Herrenschuh aus Samt zieht sich das Thema durch die Kollektion.

Samt und Kaschmir sind die Stoffe, aus dem die Träume gewebt wurden. Ergänzt wurde das durch weite Seiden-Shirts mit großflächigem Ikonendruck.

Eine Mode wie diese braucht eine gehörige Portion Modemut. Wer sich hier noch zurückhalten will, kann sich zunächst ganz diskret – sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit – mit dem neuen Trend anfreunden: In Form von Unterwäsche mit opulentem Design, aus dem Hause Dolce & Gabbana.

Wir sind auf jeden Fall gespannt, ob sich dieser spannende Trend im nächsten Herbst auf den Straßen der Nation wiederfinden wird.

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