Die Hose – Die Modelle

am 16. März 2010

Hosen gibt es in beinahe allen Formen, Farben und Textilien. Die Unterscheidung richtet sich vor allem nach dem Schnitt oder nach verwendetem Material. Hier bieten wir eine Übersicht über die wichtigsten Modelle der Freizeit- und Businessgarderobe.

Hosen nach Material

Hosen nach Schnitt

Das Material macht die Hose

Cavalry Twill
Eine klassische Hose für den Gentlemanlook, die zur so genannten englischen Sportjacke getragen wird. Ein sehr robuster Stoff in den Tönen Eierschale, Beige und Hellbraun. Diesen Hosentyp findet man nur noch vereinzelt bei Anbietern typisch englischer Garderobe. Bernhard Roetzel, Autor des Handbuches „Der Gentleman“ begründet das folgendermaßen: „Es mag an der Farbe liegen, [..], oder an der Optik, denn die Hose aus Cavalry Twill erinnert in fataler Weise an jene, nicht zu Unrecht als geschmacklos gescholtenen, synthetischen Autofahrerhosen.“

Randnotiz: Auch wenn ihre Entstehungsgeschichte weiter zurückreichen mag, ihren Durchbruch erlangte die Chino in den 1940er Jahren in den USA. Von amerikanischen Soldaten als Freizeithose genutzt, bestach sie vor allem aufgrund ihres förmlichen und doch informellen Charakters.

Chino
Der Stoff ist ein Twillstoff (Twill = engl. Körperbindung) überwiegend aus Baumwolle gefertigt. Der Stil der Herren-Chinos gilt als businessfähig (Achtung! Natürlich nur bei entsprechendem Bundfaltenschnitt) und bietet damit insbesondere im Sommer eine bequeme und leichte Alternative zur Anzughose. Natürlich lässt sie sich aber auch lässig zu Polohemd und Pullover in der Freizeit tragen. Die Chino gibt es in mehreren Schnitten. Von der klassischen Bundfaltenhose (businesstauglich) bis zur weiten Baggy-Hose (für die Freizeit).

Cord
Die Cordhose wird oft mit dem Bild des zerstreuten Literaturprofessors zusammen gebracht. Eine Verbindung, die den stilistischen Möglichkeiten der Hose aus Cord aber kaum gerecht wird. Allerdings bildet die Riffelung des Cords eine sehr markante Oberflächenstruktur, die am besten in Kombination mit glatten Stoffen wirkt. Die typischen Farben von Cord sind Braun- und gedeckte Gelbtöne.

In der klassischen Variante stammt die Cordhose aus England. Dort bildet sie einen weiteren Vertreter der Freizeithosen zur englischen „Sportjacke“. In diesem Zusammenhang ist sie also eher eine förmliche Freizeithose mit schmalem Schnitt und Knöpfen für Herren Hosenträger. Inzwischen hat sich aber auch für die Cordhose der 5-Pocket-Schnitt der Jeans etabliert. Das nimmt der Hose ein wenig die Förmlichkeit.

Flanell
Eine weiche und glatte Oberfläche zeichnet den Flanell -Stoff aus. Sie Hosen sind entsprechend leicht aber aufgrund der Baumwolle wärmend. Um den leichten Stoff etwas zu beschweren und somit den Fall zu verbessern, haben die Hosenbeine unten meist Aufschläge. Der Herrenmode-Experte Bernhard Roetzel empfiehlt Flanell nur zu den Stoffen zu kombinieren, deren Struktur ähnlich ist, um keinen Stilbruch zu der glatten Oberfläche zu begehen. Am häufigsten wird Flanell als Bundfaltenhose getragen.

Jeans
Die ursprünglich als strapazierfähige Arbeiterhose gedachte Jeans ist eine beliebte Freizeithose, die inzwischen in vielen Formen und Farben daher kommt. Ihren derben Stil hat sie dabei aber nie ganz verloren. Auch wenn sie heutzutage gelegentlich zu förmlicheren Anlässen akzeptiert wird.

Mit der Jeans etablierte sich der berühmte 5-Pocket-Schnitt mit den fünf aufgesetzten Taschen. Ansonsten haben sich für die Jeans zahlreiche Schnittvarianten durchgesetzt, die sich aus den einzelnen Schnittmöglichkeiten für Hüfte und Beine zusammensetzten.

Randnotiz:
Als das Original gilt die Levi’s 501
Shrink-to-fit in denimblue von Levis Strauss. Denim steht für den typisch blau eingefärbten Baumwollstoff, der zur Fertigung der Hosen verwenden wurde.

An der Hüfte (Höhe = Abstand zwischen Schritt und oberer Bundrand)
Fitted Waist = Schnitt zur Knöpfung hin kürzer, Höhe dadurch vorne tief
Regular Waist = Schnitt an Hüfte rund herum gerade, Höhe normal
Loosed Waist = Weiter Schnitt, Höhe normal
Low Waist = Enger Schnitt, Höhe tief

Am Bein
Super Slim Leg = Sehr enger Schnitt, Stoff liegt sehr eng an
Slim Leg = Enger Schnitt, Stoff liegt eng an
Straight Leg = Gerader Schnitt, Stoff liegt oben eng an, löst sich unten vom Bein
Tapered Leg = Der klassische Karottenschnitt
Flared Leg = Unten sehr weit geschnitten, klassischer 70er Jahre Schlaghosenschnitt
Loosed Leg = Weiter Schnitt ab unterhalb der Hüfte, umgedrehter Karottenschnitt
Bootleg = Weiter Schnitt, aber gerader als bei Loosed Leg

Leinen
Das aus Flachs gewonnene Leinen ist ein Klassiker für den Sommer. Insbesondere, weil die Hose aus dem leichten und luftdurchlässigen Stoff eine hervorragende Alternative bietet, wo der Anlass das Tragen einer Shorts verbietet. Aufgrund des leichten Stoffes sind Leinenhosen häufig vorne flach geschnittene Bundfaltenhosen. Oft werden sie auch mit einfachen Stoffgürteln getragen, die vorne locker geknotet werden.

Moleskin
In der Übersetzung „Maulwurfsfell“ genannt. Ein sehr weicher und dennoch robuster Stoff und eine wunderbare Variante für Frühling oder Herbst. Gilt, wie die Cord, als „Jeans“ des Gentlemanlook, sprich die robuste Freizeithose für Aktivitäten unter freiem Himmel.

Hier bestimmt der Schnitt die Hose

Jeans, 5 pocket

5-Pocket-Schnitt
Zwei Einschubtaschen vorne mit einer zusätzlichen kleineren Tasche (für Geld) und zwei Gesäßtaschen. Entstand mit der Jeans und wird heute auch bei vielen anderen robusten Materialien verwendet.

Baggy Hose
Die Bezeichnung baggy (engl.: sackartig, ausgebeult) spiegelt den Stil dieser Hosen wieder. Der Schnitt ist an den Beinen, insbesondere aber auch am Bund sehr weit. Weshalb diese Hosen häufig sehr tief sitzend getragen werden. Ihren Ursprung haben diese Hosen in der HipHop-und Skate-Kultur. Dort wird der tiefe Sitz der Hose sehr extrem ausgelegt und beginnt meist unterhalb des Gesäßes. In der gemäßigten Variante ist der Schnitt der Hose so, dass sie lediglich etwas tiefer auf der Hüfte sitzt und viel Beinfreiheit bietet. In dieser Form stellt die Baggy-Pant eine bequeme Freizeithose dar.

Bondagehosen
Bondage bedeutet, aus dem Englischen übersetzt, „Zwang, Knechtschaft“. Diesen Namen haben die Hosen aufgrund ihrer ausladenden Verschnürungen, Taschen und Schnallen bekommen. Die Dominanz des Erscheinungsbildes macht diese Hose vor allem bei optisch auf das Extreme orientierten Milieus, wie z.B. der Gothik- oder Punkszene, beliebt. In Ersterer vor allem in schwarz, ansonsten auch mit auffälligen Mustern und Farben.

Bundfaltenhose
Bei der Bundfaltenhose zieht sich, bedingt durch den speziellen Schnitt, eine Längsfalte das gesamte, ansonsten gerade Bein entlang. Die Falte sitzt dabei so, dass sie das Bein praktisch teilt und dadurch optisch streckt. Der Bund sitzt über der Hüfte. Früher musste die Falte nach jedem Waschvorgang mühsam eingebügelt werden. Heute ermöglichen spezielle Herstellungsverfahren einen dauerhaften Halt der Falten. Dennoch sollte man Bundfaltenhosen vorsichtig lagern. Vor allem in der italienischen Mode findet man auch Bundfaltenhosen mit zwei Falten.

Cargohose
Das auffälligste Merkmal der Herren-Cargohosen sind die großen aufgesetzten Taschen im Bereich des Oberschenkels und der Knie. Cargo entstammt dem Englischen und bedeutet Fracht – was für den Zweck dieser Taschen steht. Es ist vor allem eine Arbeitshose, die beispielsweise bei der Polizei und im Rettungsdienst Verwendung findet. Sie kann sie aber auch als Freizeithose getragen werden.

Karottenhose
Der Schnitt dieser Hosen ist im Bereich der Hüfte eher weit und elastisch, und verjüngt sich dann entlang des Beines bis hinunter zu den Knöcheln. Dies verleiht den Hosenbeinen ihre ein wenig an Karotten erinnernde Form – was den Hosen letztlich zu ihrem Namen verhalf. Die Hosen waren ein markantes Stilelement in den 80er Jahren. Inzwischen gibt es den Karottenschnitt auch in einer „gemäßigten“ Variante, die an der Hüfte nicht ganz so weit ist.

Knickerbocker
Diese Hosen sind auch unter dem Namen Kniebundhose oder Breeches bekannt. Ihr wesentlichstes Merkmal ist die Länge, die nur bis knapp unter das Knie reicht. Der Schnitt ist dabei sehr weit um von einem engen Bund unter dem Knie abgeschlossen zu werden.

Latzhose
Die Latzhose wird gekennzeichnet durch den am vorderen Bund ansetzenden Latz, der die Brust bedeckt. Am Hinteren Bund sind wiederum verstellbare Träger angesetzt, die über die Schulter verlaufen und dann am Latz befestigt werden. Die Latzhose ist in erster Linie eine Arbeitshose, kam in der Vergangenheit aber auch hin und wieder als Freizeithose in Mode.

Schlaghose
Schlaghosen sind das modische Statement der 70er Jahre. Bei dem zunächst gerade verlaufenden Schnitt, wird das Hosenbein ab unterhalb des Knies weit ausgestellt. Der Verlauf erinnert an einen umgedrehten Trichter. Heutzutage sind diese Hosen nur noch wenig verbreitet. Gelegentlich findet man diesen Schnitt in der Damenmode.

Shorts
Der Begriff Shorts wird vom englischen „short“ für kurz abgeleitet. Prinzipiell ist damit jede Form von kurzen Hosen gemeint, die maximal bis knapp unter das Knie reichen. Im Gegensatz zu den Knickerbockern ist ihr Schnitt nach unten hin jedoch gerade bis leicht ausgestellt.

Autor: NaF


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