Eton – „Englische“ Qualität aus Schweden

am 28. November 2013

Hinter der Traditionsmarke Eton, die Oberhemden und Krawatten von höchster Qualität herstellt, steckt kein englisches Unternehmen – wie der Name vermuten ließe – sondern die Vision eines schwedischen Ehepaars.

Im Jahr 1928 gründete das Ehepaar David und Annie Pettersson in dem schwedischen Dorf Gånghester ihre kleine Nähfabrik namens „Syfabriken Special“.

Annie Peterson hatte schon zuvor in der heimischen Küche mit ihrer Cousine für Nachbarn genäht. Ihr Mann David hatte das Familienunternehmen, ein Sägewerk, wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten schließen müssen.

Von Anfang an stellte Annie Pettersson höchste Ansprüche an die Hemden, die von nun an hergestellt wurden. „Gib ein Hemd nie aus der Hand, bevor es nicht höchsten Ansprüchen genügt“, lautete ihr Credo.

Diese Qualität setzte sich auf dem Markt durch und das Unternehmen wuchs kontinuierlich. Die vier Söhne des Paares, Rune, Arne, Sigge und Inge, wuchsen ebenso wie die Tochter Karin mit und in dem Familienunternehmen auf.

Die vier Söhne sollten wichtige Rollen in der Entwicklung der Firma spielen. Rune knüpfte beispielsweise auf seinen Reisen und der Suche nach den hochwertigsten Baumwollstoffen Kontakte nach England.

Als er so die Stadt Eton kennen lernte, entwickelte man zunächst das Design für ein „Eton Shirt“. Um auf dem internationalen Markt Fuß fassen zu können, benannte man schließlich die Firma nach der englischen Stadt mit der Eliteuniversität um.

Was die Produktion angeht, wurden bei dem schwedischen Hersteller echte Innovationen entwickelt, die den Fertigungsprozess optimierten. Auf automatisierten Förderstrecken wurde das entstehende Hemd von Arbeitsstation zu Arbeitsstation befördert.

Außerdem wurde der Nähprozess des Hemdes in viele Teilschritte mit verschiedenen Näherinnen aufgebrochen. Dies beschleunigte nicht nur den Herstellungsprozess – jede Näherin wurde so zur Expertin für ihren Spezialbereich und das Endprodukt entsprach so den geforderten „höchsten Ansprüchen“.

Aber auch das Wohlbefinden der Arbeiter war in dem gewachsenen Familienunternehmen immer ein wichtiger Faktor. Es gab gemeinsame Ausflüge und Badereisen, ebenso wie eine jährliche Firmenzeitschrift, die Anekdoten und Neuigkeiten zusammenfasste. Zufriedene Arbeiter leisten einfach bessere Arbeit und mit einem ausgeprägten Gemeinschaftsgefühl macht die Arbeit einfach mehr Freude.

Mittlerweile ist mit Hans Davidson die Enkelgeneration am Führungsruder im Hause Eton. Unter seiner Geschäftsführung eröffnete Eton alleine in den letzten drei Jahren Flagship Stores in New York, Stockholm und London. Ein schwedisches Familienmärchen, dessen Ende noch nicht abzusehen ist.

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