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Knigge für den Herren

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Adolph Franz Friedrich Freiherr von Knigge (1752-1796)
Knigge wurde am 14. Februar 1752 in Bredenbeck bei Hannover geboren. Schon als Kind verlor er seine Eltern, hatte aber aufgrund einer Leibrente die Möglichkeit, standesgemäß – nach der für Adelige üblichen Erziehung – Jura in Göttingen zu studieren. Er wurde Assessor in Kassel und arbeitete unter diversen Pseudonymen (u. a.Josephus Aloisius Maier, J. C. Meywerk und Melchior Spießglas) als Schriftsteller. Knigge war ein wichtiger Wegbereiter der Aufklärung und setzte sich für die Verwirklichung der Menschenrechte ein. Auf ihn aufmerksam geworden, verwendete sich Johann Wolfgang von Goethe selbst dafür, dass Knigge 1777 Kammerherr in Weimar wurde. In der Folgezeit wurde er zu einer der zentralen Köpfe des Illuminatenordens. Dies in Verbindung mit seinen Zielen für die Menschenrechte brachten den wirtschaftlich unsicher lebenden Knigge bei seinen wohlhabenden Gönnern ins Zwielicht. 1790 erhielt der bereits schwerkranke Knigge die Stelle des Oberhauptmanns und Scholarch von Bremen und damit die Möglichkeit zu einem von finanziellen Sorgen freien Leben. Erst 44jährig, starb er am 6. Mai 1796 in Bremen. Berühmt für die Nachwelt wurde Knigge durch das oftmals falsch rezipierte Werk mit Lebensregeln (1788) : Über den Umgang mit Menschen, kurz „Der Knigge“ genannt. Diese zweibändige Gesellschaftslehre ist aber keineswegs, wie heute meist irrtümlich angenommen, eine strikte Regelsammlung, Anstands-und förmliche Verhaltenskunde. Vielmehr ist es der kluge Ausgangspunkt für das rücksichtsvolle und diplomatische Zusammenleben auf allen Lebensebenen. Im Dienst von Moral, Philosophie und Aufklärung entwickelte er eine praktische Moralphilosophie. Es entstehen zahlreiche Theaterstücke und Romane. Antrieb seiner fast zwei dutzend Werke ist die Hoffnung, unsägliche Laster zu beseitigen. So entstehen unter anderem Arbeiten wie Sechs Predigten gegen Despotismus, Dummheit, Aberglauben, Ungerechtigkeit, Untreue und Müßiggang (1783). Kritisch beobachtete und beschriebene Zustände des eigenen Landes verlegt er aus taktischen Gründen in Benjamin Nordmanns Geschichte der Aufklärung in Abyssinien (1790/91) in die Ferne und umschreibt Empfindsamkeiten und menschliche Misslichkeiten melancholisch in zahlreichen Romanen, Reiseberichten und Theaterstücken wie Geschichte des armen Herrn von Mildenburg (3 Bde., 1789/90) und Des seligen Herrn Etatsraths Samuel Konrad von Schaafskopf hinterlassene Papiere (1792).

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