Abendzeitung bringt PortrÀt von Renata DePauli

am 22. Januar 2008

In der ABENDZEITUNG, eine der großen Boulevard-Zeitungen MĂŒnchens, erschien passend zum Start der MĂŒnchner Modemesse ein Artikel ĂŒber unsere GrĂŒnderin Renata DePauli:
ABENDZEITUNG
MĂŒnchen, 19./20.1.2008
Seite 22
MĂ€nner haben Mut zur Farbe

Fashion-Fieber an der Isar. Rund 400 Aussteller prĂ€sentieren am Wochenende auf der “fashionmunich.men” und der “Fashion Start” ihre Kollektioenen – nur fĂŒr HĂ€ndler. Es sind so genannte Order-Messen. Wie sich Mode auch online ordern lĂ€sst – die Karriere-Story einer MĂŒnchnerin lesen sie auf dieser Seite.
MĂŒnchen – “Wann ist ein Mann modisch ein Mann? Wenn er sich in seinem Outfit wohlfĂŒhlt und seine MĂ€nnlichkeit betont”, sagt Renata De Pauli. ” So wie Erol Sander. Ob Jeans oder Anzug – er wirkt immer sportlich-elegant, hat Sexappeal.” Die 40-jĂ€hrige MĂŒnchnerin mit den Model-Maßen kennt sich aus. Sie ist Deutschlands erfolgreichste Online-Unternehmerin fĂŒr MĂ€nnermode.
6,5 Millionen Zugriffe registriert sie monatlich bei ihrem Portal “herrenausstatter.de”. Das entspricht 400 000 Kunden. Ihre Erfahrung: “Viele MĂ€nner ticken beim Einkaufen pragmatisch. Sie wollen sich nicht in enge Kabinen zwĂ€ngen oder in Warteschlangen an der Kasse stehen.” WĂ€hrend fĂŒr die meisten Frauen Shoppen ein sinnlicher (stundenlanger) Augenschmaus ist und sie das neue Kleid anfassen, den Stoff spĂŒren wollen – möchten MĂ€nner “schnell versorgt” werden, so DePauli. “Hauptsache bequem. Das gilt fĂŒr’s Einkaufen wie fĂŒr die Kleidung.”
Ein LĂ€cheln, dann sagt die blonde Unternehmerin: “FĂŒr stylische Schuhe nehmen Frauen auch Blasen in Kauf. Das tĂ€te ein Mann nie.”
100 000 Herren-Markenartikel vom Pyjama ĂŒber Slips bis zum Frack – hat sie im Sortiment. Aber in ihrem BĂŒro am Stahlgruberring deutet nichts darauf hin. Noch nicht mal ein KleiderbĂŒgel liegt herum. Keine Werbefotos, keine Urkunden ihrer vielen Auszeichnungen. Renata DePauli mag es spartanisch und sachlich: “FĂŒr mich ist’s ein Horror, wenn sich Sachen anhĂ€ufen”, sagt sie. “Das belastet mich. Ich habe schon genug im Kopf.”
1997, zwei Jahre vor der großen Internet-Euphorie und bevor EBAY und Amazon ins Netz gingen, grĂŒndete sie ihren Online-Laden. “Etliche MĂ€nner in der Branche haben mich ausgelacht, mich nicht ernst genommen”, erinnert sie sich. Web-Handel galt damals noch als waghalsiges Unterfangen. Doch sie ließ sich nicht abschrecken. “Schon als Kind stand fĂŒr mich fest, dass ich mich mal selbstĂ€ndig mache. Und, was ich mir in den Kopf setze, ziehe ich durch. Ich bin sehr ehrgeizig.”
Eine Stehauffrau mit Durchsetzungsvermögen. Das hat sie nach Ihrem BWL-Studium, alleine unter MĂ€nnern, in einem Raumfahrtunternehmen gelernt. Und sie hat dort auch erkannt, “dass MĂ€nner in Sachen Mode kompetente Beratung brauchen. Dont’s wie weiße Socken zu Sandalen, waren da der Alltag.”
Erst eröffnete sie einen “Herren-Home-Service” und zog mit Koffern voller AnzĂŒge durch Unternehmen, dann testete dann mit Hemden und StrĂŒmpfen, ob MĂ€nner ĂŒberhaupt Lust auf virtuelles Shopping haben. Ihr Lager, das GĂ€stezimmer daheim, platzte schnell aus allen NĂ€hten.
Inzwischen residiert die DePauli AG in großen RĂ€umlichkeiten im MĂŒnchner Osten und ist mit mittlerweile 12 Webstores (auch fĂŒr Frauen) auf dem Weg zu einem Online-Textilkonzern.
“Unsere Stammkunden”, so die www-Pionierin, “kleiden sich von Kopf bis Fuß bei uns ein. Andere ordern ihre Grundversorgung: 20 Boxershorts, mit denen sie ĂŒbers Jahr kommen wollen oder ein Dutzend weiße, möglichst bĂŒgelleichte Hemden.”
Die Preise sind wie im Laden, die telefonische Beratung ist kostenlos: “Die einen wollen wissen, was sie zur Hochzeit oder zu einem wichtigen GeschĂ€ftsabschluss anziehen sollen”, sagt DePauli. “Andere brauchen zum Anzug vom letzten Jahr ein neues Hemd und bitten uns, das herauszusuchen.” Was dank der Firmen-Logistik kein Problem ist.
Ihre Erfahrung nach elf Jahren Herrenausstattung online: “Die MĂ€nner sind zwar noch nicht so experimentierfreudig wie Frauen, aber sie haben mehr Mut zu Farbe und zum Körper. Der Trend geht hin zu Slim-Hemden, zur schmalen Silhouette, und zu gut sitzenden AnzĂŒgen.”
Sie selbst shoppt “aus ZeitgrĂŒnden” meist online in ihren eigenen Stores, stöbert aber auch gerne in Boutiquen. “Ich bin ein Fashion-Victim”, gibt sie zu. “Ich werde bei Schuhen, MĂ€nteln und Kleidern schwach – eigentlich bei allem.”…. [Renate Schramm]

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