ALTGEDIENT? FUNKTIONSELEMENTE DAMALS UND HEUTE

am 29. September 2014

Details mit Funktion

Die Garderobe der Herrenbekleidung ist übersät von Details, deren Bedeutung und eigentlicher Funktion wir uns oftmals gar nicht bewusst sind; ob die zwei Knöpfe des Button-Down-Hemdes, die Seitentaschen an der Cargohose oder die Noppensohle der Segelschuhe –Details, die in ihrem Ursprung eine Funktion hatten. Ob wir diese noch heute in der eigentlichen Bestimmung nutzen oder ob sie längst ausgedient haben, erfahren Sie in ihrer Entstehungsgeschichte:

Der Button-Down-Kragen
Obwohl viele Modehäuser seine Erfindung für sich verbuchen, liegt die Entwicklung des Button-Down-Kragens Ende des 19. Jahrhunderts. Den Polo Spielern machte der während des Spiels immer wieder aufklappende Hemdenkragen nämlich ziemlich Wind. Und das nervte. Ein an den Enden angebrachter Knopf hielt die Kragenenden im Zaum. Die Geburt des Button-Down-Hemdes. Heute wird die Kragenform auch im Business und mit Krawatte getragen. Durch die Krawatte entstehen jedoch unschöne aufgeworfene Kragenenden, sodass wir für den Verzicht dieser Kombination plädieren.

Die Schulterklappe des Trenchcoats
Im Grunde genommen haben wir dieses Detail Humphrey Bogart zu verdanken. Denn erst sein Trenchcoat-Modell im Film Casablanca war mit dem Schulterklappen-Detail versehen. Und nun wollten alle dieses Modell haben, das genauso cool und stilsicher wie sein Träger war. Bis heute ist das Schulterelement klassischer Bestandteil eines typischen Trenchcoats – einen wirklichen funktionellen Anspruch außer Acht gelassen!

Die Cargo-Tasche
Ganz schön praktisch, diese Taschen! Das dachten sich auch die Soldaten im zweiten Weltkrieg. In den geräumigen Taschen der elastischen Hose lieĂź sich allerhand Frachtgut verstauen. Und dies, zu Englisch ‘Cargo’, gab der Hose auch ihren Namen. Immer wieder sind die Taschen ein dekoratives Element, mit dem Designer bis heute vorzugsweise auf Freizeithosen spielen. Damit sich die Taschen aber nicht unvorteilhaft ausdehnen und unschöne Silhouetten entstehen, sollte der modische Mann auf die Utensilien verzichten und diese in eine passende Ledertasche verstauen.

Die Krawatte
Zuerst war das Tuch da, aus dem entwickelte sich nämlich die Krawatte. Bereits 1655 wurde dieses zum Schutz des Halses um selbigen geknotet. Der französische König Ludwig XIV. befand den Halsschmuck, den er bei einer Truppenparade am kroatischen Reitregiment sah, so schick, dass er fortan selbst ‘Cravate’ trug. Heute ist die Krawatte ein wesentlicher Bestandteil der Männermode und sogar in vielen Berufssparten Pflicht. FĂĽr manchen sogar eine Last, der in der Freizeit keine weitere Beachtung geschenkt wird. Schade eigentlich! Sollten wir der Krawatte doch auch in der Freizeit als schmĂĽckendes Accessoires Beachtung schenken!

Die Noppen am Bootsschuh
Paul Sperry war ein passionierter Freizeitsegler. Er liebte die Segelfahrt, aber nicht das rutschige Deck, über das er bei Nässe mit seinen Schuhen rutschte. Sein Hund, Cockerspaniel Prince, war da besser vorbereitet. Seine Pfoten waren perfekt gegen die rutschigen Planken gewappnet. Inspiriert durch die Natur übersetzte Sperry die Furchen der Hundepfoten in Gumminoppen an der Schuhsohle. Das Ergebnis waren rutschfeste Segelschuhe mit extrem guter Bodenhaftung. Später nutzte man die optimale Sohlenbeschaffenheit auch für Autoschuhe – beide werden bis heute in perfektionierter Abwandlung noch in selbiger Funktion genutzt!

 

Passende Produkte zum Artikel

Vorheriger ArtikelTRUMAN CAPOTE – ALLES, AUĂźER GEWĂ–HNLICH! Nächster ArtikelCHECKLISTE 'LETZTE AUSFAHRT': DAS SOLLTEN SIE JETZT NOCH ERLEBEN!