ART DIRECTORIN PETRA BAECKER: VON GERADEN UND NORDSCHLEIFEN

am 20. Juni 2014

24h Rennen Petra Baecker

- SPECIAL ZUM ADAC 24h RENNEN-

Das Herz von herrenausstatter.de schlägt nicht nur für Mode, sondern auch für Autos. Unsere Auto-Affinität findet oft in unseren Mode-Shootings Ausdruck – das hochpolierte Schmuckstück ist einfach das beste Accessoire für einen geschmackvoll gekleideten Mann! Ein Herz in unserem Team schlägt besonders Kapriolen, wenn es um PS und Autos geht: Art Directorin Petra Baecker tauscht mit größter Begeisterung am Feierabend das Grafik-Pad gegen den Schaltknüppel ein. Nach monatelanger Trainingsphase ist es endlich soweit: Das ADAC Zurich 24h Rennen geht am Nürburgring in seine Startphase. Wir haben mit Petra Baecker über die Leidenschaft zum Motorsport gesprochen und exklusive Einblicke in das Rennfahrer-Leben erhalten:

HEA: Petra, als Leitung unserer Grafik-Abteilung stehen bei Dir eher Geraden und Farbabstimmungen im Vordergrund, anstatt kurvige Strecken. Dein rasantes Hobby ist absolut konträr zu dem, was man von Dir auf dem ersten Blick erwarten würde. Wie kommst Du zum Motorsport?

PB: Ich wurde bereits mit Benzin im Blut geboren. Mein GroĂźvater war in den 20er Jahren der MitbegrĂĽnder der Bayern-Garage in MĂĽnchen. Ein Autoverleih, Tankstelle, Werkstatt und Garage. Mein Vater hat sie nach dem Krieg wieder aufgebaut – zeitweise war sie sogar der größte Autoverleih Deutschlands.

HEA: Und trotz der Vorliebe für schnelle Autos war Dein Erstwagen ein VW Käfer?

PB: Ja, bereits in der Kindheit liebte ich rasantes Tempo und das Adrenalin. Da war es noch das Skifahren. Das war auch meinem Vater bewusst. Sicherlich führte seine väterliche Fürsorge zur Wahl des Käfers (lacht, Anm. der Redaktion).

HEA: Und dann kam der NĂĽrburgring. Das richtige Terrain um den SpaĂź an der Geschwindigkeit auszuleben. Wie lange bist Du schon dabei?

PB: Lange genug um ein Paar Fahrerschuhe ruiniert zu haben, aber zu kurz um einen Sponsor zu finden: 17520 Stunden oder 730 Tage oder 2 Jahre.

HEA: Und wie oft trainierst Du in der Eifel? Aus der bayerischen Landeshauptstadt musst Du schon einige Kilometer zurĂĽcklegen?

PB: Nicht so oft wie ich gerne wĂĽrde. Vor dem 24h Rennen mindestens jedes zweite Wochenende.

HEA: Und was gehört noch zu Deiner Vorbereitung?

PB: Ein Mix aus Konditions- und Ausdauertraining, Videoanalyse und Track Visualisierung. Zuhause schaue ich on-board Videos an und analysiere meine eigenen Fahrten. Streckenkenntnisse sind jedoch in der grünen Hölle das wichtigste! Wenn nachts die Strecken nicht beleuchtet sind, es regnet, Nebel aufkommt oder die Gischt des großen GTlers einen die Sicht nimmt, muss man blind wissen wann man einlenkt – vom Gas gehen geht nicht!

HEA: Kommen wir zum Rennen. In wenigen Tagen geht es an den Start. Was sind Deine größten Hürden?

PB: Die Finanzierung ist wohl eine der größten Hürden. Wird das Auto beschädigt, wird der Fahrer zur Kasse gebeten. Bei den großen Werk-Teams ist das anders. Aber der Spaß am Fahren überwiegt den finanziellen Aspekt. Denn es sind die ganz speziellen Momente die das Rennen zu etwas ganz besonderem machen: Der Augenblick bei Nacht zum Beispiel – da gibt es nur mich, das Auto und grenzenlose Freiheit!

HEA: Das klingt toll! Bist Du dann die einzige Frau auf der Strecke?

PB: Nein. Wir sind insgesamt 9 Fahrerinnen. In diesem Jahr treten 180 Fahrzeuge an, davon sind circa 700 männliche Fahrer. Jedoch ist der Frauenanteil deutlich höher als in der Formel 1.

HEA: Musst Du Dich in der „Männer-Domäne“ Motorsport durchsetzen?

PB: Nein, denn mit Helm und Overall sehen alle Fahrer gleich aus. Ob Mann oder Frau, das fällt auf der Strecke nicht mehr auf. Aber bei einem machen es mir die Männer schwer: Die feuerfeste Unterwäsche ist Pflicht und gibt es nur in der männlichen Ausführung. Das passt dann nicht immer so ganz an allen Stellen.

HEA: Und wenn es dann los geht, wie viele Runden fährst Du und wie oft wird gewechselt?

PB: Gefahren wird so lange, bis der Tank leer ist. Spätestens dann sollte man in der Box sein und nicht mehr auf der Strecke. Abhängig vom Wetter können das acht oder bei Regen auch zehn Runden sein. Das sind zwischen 80 und 100 Minuten. Da wir seriennah fahren beträgt unser Tankvolumen 60 Liter und darf auch nicht, wie in anderen Klassen, verändert werden. Deswegen kommt eine relativ geringe Rundenanzahl im Vergleich zu anderen zu Stande. Gefahren wird mit drei bzw. vier Fahrern im Wechsel. Manchmal gibt es auch Doppelstints, jedoch darf der Fahrer nicht länger als drei Stunden hintereinander Fahren.

HEA: Danke Petra, ein sehr sympathischer Blick hinter die Renn-Kulissen. Diejenigen, die mehr über Dich und das 24h Rennen erfahren wollen, können Dir ganz einfach auf unserer Facebook-Seite eine Frage stellen: http://goo.gl/qosVgZ

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