DER BLOUSON – LEINWAND-HELD ÜBER UMWEGE

am 24. April 2015

Blouson Historie

Kleider machen Leute, so heißt es. Im Fall des Blousons mĂŒsste es aber „Leute machen Kleider“ heißen. Erst seine prominenten TrĂ€ger machten die Jacke mit der typischen Taillierung zum Kultobjekt. Rebellisch, unangepasst, abenteuerlich – bevor der Blouson zum Klassiker der MĂ€nnermode wurde, machte er einen kleinen Umweg ĂŒber das Flugzeug, den Golfplatz und die Kinoleinwand 


Wie einige KleidungsstĂŒcke aus dem Repertoire eines Mannes findet auch der Blouson beim MilitĂ€r seinen Ursprung. Anfang des 20. Jahrhunderts saßen die Piloten der amerikanischen Luftwaffe noch in offenen Maschinen – eine ziemlich kalte und windige Angelegenheit. Schutz boten Lederjacken, die in den 1920er Jahren fĂŒr die US Air Force weiterentwickelt wurden. Derbes Leder, Lammfell und ausreichend Bewegungsfreiheit setzten neue MaßstĂ€be. Über die Jahre entstanden zahleiche Versionen der sogenannten Fliegerjacke, von A-1 bis N-Serien. Eine noch heute populĂ€re Form entwickelte Alpha Industries 1959: die M1 machte durch Stilikonen wie Steve McQueen in „The Hunter“ Karriere.

Um den coolen und rebellischen Charme des Blousons noch besser zu verstehen, muss man aber auch einen Blick in das britische Manchester der 1930er Jahre werfen. Hier waren es John und Isaac Miller, die mit ihrer Firma Baracuta die britischen Truppen mit RegenmĂ€nteln versorgten. Auch sie suchten nach einer Modellvariation, die mehr Bewegungsraum bietet. Ein Modell, das sie auch auf dem Golfplatz tragen können. Sie entwickelten eine Baumwolljacke mit elastischen BĂŒndchen am Ärmelsaum sowie am Bund und einer wellenförmigen, abstehenden Naht am RĂŒcken, die Wasser ableiten sollte. FĂŒr das Innenfutter wĂ€hlten sie den Tartan eines schottischen Clans – eine Hommage an ihre Heimat. Der Blouson mit dem Namen G9 fand aber nicht nur Anklang auf dem grĂŒnen Rasen, sondern begeisterte vor allem Stars. James Dean trug ihn 1955 zur Blue Jeans und weißem Shirt in „
denn sie wissen nicht, was sie tun“, der ‘King’ fĂŒhrte ihn 1958 in „Mein Leben ist der Rhythmus“ als Junge einer Jugendbande in die PopulĂ€rkultur ein. Ryan O‘Neal war es dann letztendlich, der dem Blouson den Spitznamen ‘Harringtonjacke’ verpasste – er spielte in den 60ern die Figur des Rodney Harrington in der populĂ€ren Fernsehserie Peyton Place.

Und heute? Erlebt die Kurzjacke ein erfolgreiches Revival. Fernab vom Cockpit oder Golfplatz, aber mit einer extra Portion Charme und Coolness seiner einstigen TrÀger. Die schönsten Neuinterpretationen finden Sie in unserem Trendthema!

Passende Produkte zum Artikel

Vorheriger ArtikelFeinster Jazz ­– Gregory Porter & 15 Alben, die sich lohnen Nächster ArtikelHochzeitsbrĂ€uche: Blumen gegen die Ohnmacht