DAS MANTEL-LEXIKON

am 14. November 2014

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Der Dufflecoat

Der einzige klassische Mantel mit Kapuze! Stilgebend für den Dufflecoat ist aber der berühmte Knebelverschluss, bei dem ein breites Hornstück durch eine große Lasche geführt wird. Angeblich soll dieser Verschluss mit behandschuhter Hand leichter zu schließen sein. Doch ganz ehrlich: eher das Gegenteil ist der Fall. Der Dufflecoat ist traditionell aus dicker Wolle gewirkt. Mit seinem meist kastenförmigen Schnitt, der Kapuze und den außergewöhnlichen Knöpfen wirkt er für einen Mantel sehr sportlich. Anfänglich fand der praktische Mantel lediglich in der britischen Navy weite Verbreitung. Eingang in die Herrenmode fand er aber erst, als Feldmarschall Montgomery ihn als Wetterschutz stetig trug – während der Rückeroberung Frankreichs war der Oberbefehlshaber naturgemäß häufig und stilgebend im Dufflecoat in der britischen Wochenschau zu sehen.

Der Trenchcoat

Untrennbar mit dem Trenchcoat ist der Begriff Gabardine verbunden: traditionell wird ein „echter“ Trenchcoat aus dieser Gewebeform hergestellt, deren „steiles“ schräg verlaufendes Webmuster charakteristisch ist. Da es äußerst strapazierfähig ist, wurden selbstverständlich schnell die britischen Streitkräfte auf den „Wunderstoff“ aufmerksam. Und so erhielten über 500.000 britische Soldaten Mäntel aus jenem Stoff für ihre traurige und oft tödliche Zeit in den Schützengräben des 1. Weltkrieges – der „Trench-Coat“, der „Graben-Mantel“ war geboren. Noch heute erinnern die „Sturmlasche“ am Kragen ebenso wie die Befestigungsringe am Gürtel bei klassischen Schnitten daran, daß hier Ausrüstungsgegenstände der Soldaten befestigt werden konnten. Die Schulterklappen dienten zudem der Aufnahme der Rangabzeichen. In einfacheren Schnitten war er immer beliebt, in seiner „Ur-Form“ tritt er nun wieder vermehrt in Erscheinung und hat, lässig sportiv kombiniert, seinen traurigen Ursprung weit hinter sich gelassen.

Der Chesterfield und der Crombie Coat

Hätten wir diesen Text im letzten Jahrhundert geschrieben (das schon so lange zurück zu liegen scheint), so wäre es nicht möglich gewesen den Chesterfield und den Crombie Coat gemeinsam abzuhandeln. Doch die Jahre haben die beiden Formen verschmelzen lassen, heute kann, mit Ausnahme hochtraditioneller Maßschneider, kaum ein Unterschied festgestellt werden. Beide Mantelformen stehen für den klassischen englischen Stadtmantel, einreihige Knopfleiste (beim Chesterfield ursprünglich verdeckt), gerade und leicht gepolsterte Schulterform und aus dicken Wollqualitäten. Der perfekte elegante Mantel zum Anzug – oder zum dicken Rolli mit Zopfmuster und Cordhose.

Der Funktionsmantel

Der Funktionsmantel ist der Neuling in der Riege der „alteingesessenen“ Manteltypen. Charakteristisch ist seine sportive Form und vor allem, wie der Name schon sagt, die eine oder andere „Funktion“. Entweder entstammt die Funktion den Eigenschaften eines Hightech-Gewebes, womit der Mantel z.B. Wind- und wasserdicht oder sogar temperaturregulierend sein kann. Oder es sind intelligente Details wie ein herausnehmbares Innenfutter oder ein abknöpfbarer Kragen, die den Mantel „versatil“, also perfekt geeignet für unterschiedliches Wetter oder schwankende Temperaturen machen. Ein modischer und vielfältig einsetzbarer Begleiter also.

 

 

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