Der Mann im Vorweihnachtsstress

am 14. Dezember 2015

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Es sind diese seltsamen Tage vor den Feiertagen. An denen zu Hause alles etwas anders abläuft als sonst.

Während die Dame des Hauses den Rührstab … pardon … das Zepter schwingt, gucken wir Männer manchmal ganz schön blöd aus der Wäsche.

Sie wirbelt herum wie ein aufgedrehtes Duracell-Häschen, alles muss perfekt geplant und bis ins kleinste Detail durchorganisiert sein. Kurze Frage: Wo bleiben wir denn dabei?

Was SIE alles macht …

  • Sämtliche Regale im Supermarkt werden leergeräumt und ein hoffnungslos ĂĽberfĂĽllter, kläglich quietschender Einkaufswagen zum Auto geschoben. FĂĽr das „Geschiebe“ entwickelt sie plötzlich ungeahnte Kräfte! Aber am Tag zuvor das Marmeladenglas nicht aufbekommen, weil das jemand viel zu fest zugemacht hat. Denkt SIE.
  • Diverse Plätzchen & Lebkuchen werden gebacken. Aber wieso gleich zehn Bleche? Sie stellt uns doch im Alltag abends auch nur eine Mahlzeit zur VerfĂĽgung und präsentiert nicht zehn verschiedene. Die BegrĂĽndung: Die gleichen Plätzchen und Leckereien wie letztes Jahr wĂĽrden ja jedem auffallen. Denkt SIE.
  • Das Thema Dekorieren ist immer schwierig und Machtkämpfe werden ausgeĂĽbt. Das Heim richtig zu schmĂĽcken, gleicht einem komplizierten Bauplan, einem absolut durchdachten Projekt. Ihr Abteilungsleiter wĂĽrde Monate dafĂĽr brauchen. Je mehr Schnickschnack, je mehr es glitzert und funkelt, desto schöner wird Heiligabend. Denkt SIE.
  • Geschenke und kleine Aufmerksamkeiten fĂĽr (gefĂĽhlt) alle Menschen, die ihr jemals begegnet sind, werden besorgt und liebevoll und individuell verpackt. DafĂĽr reicht natĂĽrlich auch kein schlichtes bzw. neutrales Geschenkpapier fĂĽr alle Präsente. SchlieĂźlich benötigt man fĂĽr den Tankwart Hubert ein völlig anderes „Design“ als fĂĽr die Empfangsdame aus dem Kosmetik-Salon. Denkt SIE.

Was WIR machen …

Während all dieser oben beschriebenen Aktivitäten fangen wir an, uns nutzlos zu fühlen. Auf ein freundliches „Kann ich Dir was helfen, Schatz“ ernten wir meist den Blick eines angeschossenen Rehs. Dann soll sie es doch selber machen. Denken WIR.

Es folgt die Phase der Kapitulation. Wir setzen uns gemütlich in Jogginghose auf die Couch, probieren die neuesten Plätzchen-Kreationen und sehen uns Michel aus Lönneberga an. Oder Loriot’s „Weihnachten bei Hoppenstedts“. Das ist Kult! Denken WIR.

Und wenn unsere Liebste dann völlig gestresst aus der Küche kommt, überall mit Plätzchenteig beklebt und mit Zucker bestreut, dann ziehen wir sie kurz zu uns auf die Couch. Nehmen Sie in den Arm und sagen: „Schatz, Du machst das alles ganz großartig“. Genau. DAS MACHEN WIR!


Text: Rebecca Kapfinger, Redaktion

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