Etuikleid, KostĂĽm und Pillbox-Hut: Jackie Kennedy – Amerikas Modeikone der 60er Jahre

am 8. Januar 2011

Jackie Kennedy

Jackie KennedyDie modische Inszenierung einer amerikanischen Prinzessin: Jackie Kennedy ist klasssisch, adrett und ein bisschen verspielt.

Den Amerikanern wird ein gewisses Faible für das Royale nachgesagt. Sie haben kein Königshaus, sehnen sich aber nach adeliger Noblesse und Blaublut-Geschichten junger Prinzessinen. Diese Sehnsucht wird in den 1960er Jahren erfüllt, als Jackie Kennedy die Bühne der Öffentlichkeit betritt. Die anmutige Frau ist für ihre Landsleute wie eine amerikanische Königin, mit einer aristokratischen Aura, die das Land verzaubert. Jackie wird noch zu Lebenszeit zur Modeikone, von der sich noch heute manche Staatsfrau inspirieren lässt.

Dabei ist ihr Stil nicht besonders ausgefallen. Für eine Präsidentengattin der 1960er Jahre ist ihre Garderobe ungewöhnlich. Jackie versteht es, geschickt Farben, Accessoires und Schnitte zu kombinieren. So steht an der Seite des ersten Mannes der USA immer eine adrett und angemessen gekleidete First Lady, die trotz aller Korrektheit eine gewisse Lässigkeit ausstrahlt. So manchem Shake-Hands-Bild nimmt sie die langweilige Strenge.

Es sind Details, die eine nonchalante Eleganz erzeugen. So ihre lustigen, aber nicht lächerlichen Pillbox-Hütchen, die sie auf ihrem dunklen Haarschopf feststeckt. Ihre Garderobe ist klassisch, aber mit spielerischen Elementen aufgelockert. Sie trägt Farbe, wenn auch dezent. Pastelliges blau, rosa und blaßgelb, meist in Form von schlichten, gerade geschnittenen Kostümen. Die Zweiteiler bestehen meist aus einem knielangen Rock und einem kurzen Blazer mit Dreiviertel-Ärmeln. Handschuhe, Tasche und Schmuck sind aufeinander abgestimmt, sie rundet ihr Outfit oft mit einer Perlenkette ab. Etuikleider kombiniert sie mit einem schmalen Gürtel oder einem Schleifenband oberhalb der schlanken Taille.

Drüber trägt sie häufig einen Kurzmantel mit großen runden Knöpfen, der zu ihrem Markenzeichen wird. Ihre Lust auf Mode und ihr Mut diese zu tragen, unterscheidet Jackie Kennedy von anderen First Ladys. Sie ist kaum in grauer Mauerblümchen-Garderobe zu sehen. Aber Jackie kann kleidungstechnisch auch leger. Man sieht sie auf so manchen Paparazzibildern in weiten Marlenehosen, Shirts und Strickjacken. Zudem folgt sie Katharine Hepburns Trend zu großen, dunklen Sonnenbrillen.

Jackie ist sich ihrer Wirkung bewusst. Ihre öffentlichen Auftritte inszeniert sie mit professioneller Hilfe. Modeschöpfer Oleg Cassini hilft Jackie zu einem eigenen Stil. Cassini ist der begehrte Lieblingsdesigner und Verlobte von Grace Kelly, bevor diese von Rainer von Monaco zur Fürstin erhoben wird. Er kleidet Hollywood-Diven wie Joan Crawford und Marilyn Monroe. Anders als bei der kurvenreichen Blondine ist die Inszenierung Jackie Kennedys nicht auf eine sexy Ausstrahlung angelegt. Ihre kühle Erotik ähnelt eher der von Audrey Hepburn und liegt in ihrer sophisticated Grandezza begründet.

Diese ahmen einige First Ladies nach. So orientiert sich auch die derzeitige französische First Lady an Jackies Stil. Carla Bruni wird auch immer wieder mal mit dezentem Pillbox-Hut gesichtet. Auch Präsidentengattin Michelle Obama sagt man eine modische Nähe zu ihrer Vorgängerin nach. Auf der Inaugurationsfeier ihres Mannes trug sie ein Etuikleid der kubanischen Designerin Isabel Toledo.

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