Farbe bekennen

am 1. Februar 2016

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Serenity, Iced Coffee, Buttercup – nein, wir sprechen nicht von den neuen In-Desserts in unserem Lieblingsrestaurant: Es handelt sich hier um die Trend-Farben im Frühjahr 2016.

Ohne Farben geht praktisch gar nichts. So selbstverständlich sie heute sind, so ein großes Rätsel waren sie noch vor einigen 100 Jahren …

Was genau sind Farben?

Bereits 1671 kam Isaac Newton, einer der bedeutendsten Wissenschaftler aller Zeiten, zu folgender, bahnbrechender Erkenntnis: Farben sind keine Materie, sondern entstehen einzig und allein durch das Brechen von Licht. So viel zur physikalischen Erklärung. Ganz anders ging einer der größten Dichter und Denker heran: Johann Wolfgang von Goethe entwickelte seine ganz eigene Farblehre: Er bezog sich eher auf die Wahrnehmung von Farben als auf deren Entstehung.

Eines haben die beiden Kontrahenten jedoch gemeinsam: Sowohl Newton als auch Goethe kreierten einen Farbkreis. Newton hatte nachgewiesen, dass sich weißes Licht aus farbigen Lichtern zusammensetzt. Deshalb zeigt er in seinem Kreis die 7 Spektralfarben (Regenbogenfarben) klar voneinander abgegrenzt.

Im Farbkreis von Goethe hingegen verlaufen die Farbkanten ineinander, weil er der Meinung war, dass sich Farben aus einer Wechselwirkung von Licht und Finsternis ergeben. Goethe war sich sicher, dass sie uns jeglicher Hinsicht beeinflussen. Deshalb ordnete er jedem Farbton Charakter-Eigenschaften zu – damit wurde Goethe Begründer der Farbpsychologie.

Prisma-Experiment nach Newton

Farbkreis nach Goethe

Bis heute werden mit Hilfe dieser Modelle Farben geordnet und in eine Reihenfolge gebracht. Insbesondere Designer und KĂĽnstler visualisieren auf diese Weise gerne ihre Kollektions-Nuancen. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Farbkreisen oder Farbmodellen: Sie setzen Farben in Bezug zueinander und geben den Abstand zwischen zweien an. AuĂźerdem beschreiben sie, wie sich mehr oder weniger Licht und eine Ă„nderung der Farbtemperatur auf die Farben auswirkt.

„Rot und Blau – Kasperles Frau“

Farbkreise macht sich vor allem die Modewelt zu Eigen: Möchte man Aufmerksamkeit erregen oder provozieren, greift man auf leuchtende, plakative Töne zurück. Unsere Wahrnehmung ist auf Kontraste programmiert; das heißt, wir achten zuerst auf das, was heraussticht. Oben genannter Spruch ist nämlich Schnee von gestern – was früher als unmögliche Farbverbindung galt, liegt heute hoch im Kurs. Wüst kombinierte, bunte Stoffe und Muster sind genauso im Trend wie früher als langweilig geltende Ton-in-Ton-Looks. Ob ein Kreis in knalligen Regenbogen-Farben oder einer aus harmonierenden Pastell-Tönen – farblich ist heutzutage alles möglich!

Text: Stephanie Liebl, Redaktion

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