Freundschaft (Plus?) zwischen Mann & Frau

am 3. Oktober 2016

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Die Zeiten, in denen ein Kuss es besiegelte, sind längst vorbei. Und damit auch die romantische Vorstellung, die dahinter steckte: „Ja, wir sind jetzt ein Paar“. Dabei war es so schön einfach. Heute scheint es oftmals kompliziert. Aber ist es das wirklich? Sind unsere heutigen Beziehungsmodelle à la „Freundschaft Plus“ & Co. wirklich schwieriger oder machen wir es uns damit sogar einfacher?

ETWAS HALBES. ABER BLOSS NICHTS GANZES!

Fest steht: Viele von uns führen Beziehungen, in welcher Konstellation auch immer, heute anders als früher. Man will sich weniger festlegen. Denn das Leben an sich, Freunde, Familie und/oder unser Job sind schon „vereinnahmend“ genug. Und es gibt noch einen entscheidenden Grund für die neue Unverbindlichkeit: Die Angst, es könnte etwas Besseres kommen. Aus der vertrauten Nähe zu bisher einer Partnerin wird eine relative Nähe zu vielen. Ob das dann wirklich glücklicher macht, als die Stärke einer lebenslangen Beziehung zu einer Person, muss jeder für sich selbst entscheiden. Denn woher will man wissen, wie lohnenswert dieser scheinbare Verzicht sein kann, wenn man immer den leichteren Weg gewählt hat?

DIE FREUNDIN MIT GEWISSEN VORZÜGEN …

Auf Englisch sagt man dazu „Friends with Benefits“. Das, was hier gelebt wird, findet man heute vermutlich in jedem Bekanntenkreis. Der eine oder andere von uns hat es selbst schon praktiziert: Da gibt es die eine gute Freundin, die an einsamen Abenden für uns da ist. Und mit der man(n) mehr teilt, als nur das Schnitzel oder gar Sorgen und Probleme. Nämlich gelegentlich auch das Bett! Das Beste daran: Man vertraut sich – ganz ohne feste Bindung. Perfekt! Ist es das wirklich? Kann so was gut gehen und wenn ja, wie lange und unter welchen Voraussetzungen?

VERTRAUTE NÄHE – MIT DIVERSEN REGELN!

Man könnte sagen, eine „Freundin mit gewissen Vorzügen“ ist ein hübscher Zeitvertreib, bis Amor den nächsten Pfeil versenkt. Wichtig bei so einer Konstellation ist allerdings die innere Haltung. Denn beide Parteien müssen körperliche Nähe und (zumindest starke) Gefühle voneinander trennen. Das bedeutet nicht, dass man keine Gefühle füreinander haben darf! Trotzdem haben zu viel Romantik, Eifersucht oder gar hohe Erwartungen während der Liaison absolutes Hausverbot.

BACK TO THE ROOTS

Generell gilt: Das Prinzip „Freundschaft Plus“ sollte gut durchdacht sein, bevor man seiner (besten) Freundin ein unmoralisches Angebot macht. Denn irgendwann schlägt vielleicht doch der Blitz wo anders ein. Und dann wird das Plus ganz schnell wieder zum Minus. Positiver Nebeneffekt: Sollte es mit der neuen Beziehung nicht funktionieren, ist die beste Freundin wieder da. Deswegen ist sie ja auch nur „eine Freundin“ und nicht „die Freundin“. Und das ist manchmal auch gut so.

Text: Rebecca Kapfinger, Redaktion

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