Goodbye, Playboy-Bunny!

am 14. März 2016

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Es hat sich „ausgehoppelt“: Seit der März-Ausgabe 2016* bildet der Amerikanische Playboy keine vollständig nackten Frauen mehr ab. Die New York Times berichtete bereits Ende letzten Jahres, dass das beliebte Männer-Magazin zwar weiterhin Frauen in provokanten Posen zeigen wird, aber nicht mehr komplett hüllenlos. Was wir anfangs für einen PR-Gag hielten, ist nun „unnackte Realität“ geworden …

Zeit fĂĽr einen Strategie-Wechsel!

Playboy-Geschäftsführer Scott Flanders erklärte so: „Durch die große pornografische Konkurrenz im Netz ist die Geschäftsidee einfach nicht mehr zeitgemäß“. In Zukunft sehen wir also nicht mehr nackte Playmates, sondern geschmackvolle Bilder von Bunnys in Bikinis, Unterwäsche und Dessous. Aber was bedeutet das Ende der Nacktheit wirklich? Wir finden: Es hängt von der Perspektive des Betrachters ab …

Porno oder PrĂĽderie?

Es bleibt umstritten, ob der Playboy wirklich pornografisch war (oder ist). Befürworter definieren die erotischen Darstellungen eher als „totale Transparenz des Körpers“. Denn im Vergleich zum klassischen Porno lässt das Magazin noch genug Raum für eigene Phantasien. Der Philosoph Byung-Chul beschreibt diese Transparenz eher als obszön: „Der Playboy macht Frauen konsumierbar. Er fördert die pornografische Zur-Schau-Stellung des Körpers und der Seele.“

Mehr weibliche Akzente?

Von der feministischen Perspektive sieht der Sachverhalt etwas anders aus. Frauen erwarten heute Männer, die nicht ständig reizüberflutet und potent durch die Gegend irren. Das macht sie müde. Im Web kursieren ohnehin schon genügend solcher Darstellungen! Man könnte meinen, dass der Playboy auch deswegen nicht mehr das „Sexistische Leitmedium“ sein möchte. Immerhin versucht das Magazin, schon seit einiger Zeit, mehr weibliche Inhalte und Themen ins Heft zu setzen.

Deutschland setzt auf bewährtes Konzept!

Die gute Nachricht für deutsche Playboy-Leser: Hier bleibt vorerst alles beim Alten. „Europa hat seit jeher ein viel entspannteres Verhältnis zum Thema Nacktheit. Deswegen hat die Entscheidung der Amerikaner vorerst keinen Einfluss auf uns“, so Florian Boitin, Chefredakteur von Playboy Deutschland.

*erschien in den USA am 12. Februar 2016 (Anm. der Redaktion).

Text: Rebecca Kapfinger, Redaktion

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