HISTORISCHE BINDUNG – DIE GESCHICHTE DES KRAWATTEN-TRAGENS

am 27. Februar 2014

Die Geschichte der Krawatte

Weiberfastnacht – heute übernehmen die Frauen das Regiment. Heute geht es der Krawatte buchstäblich an den Kragen! An einem Tag, an dem die Krawatte derart im Fokus steht, haben wir uns gefragt: Woher kommt eigentlich das männlichste Accessoire, die Krawatte?

Als Urform der Krawatte gilt ein Tuch, das sich der Mann zum Schutz um den Hals knotet. Der Legende nach erlangte die Krawatte erst durch den französischen König Ludwig XIV. groĂźe Popularität. Ihm zu Ehren wurde 1663 eine Truppenparade vor dem Schloss Versailles veranstaltet, indem auch das kroatische Reiterregiment aufmarschierte. Diese trugen, der Ăśberlieferung nach, ein StĂĽck Stoff, das am Kragen in Form einer Schleife befestigt wurde. So soll sich die Bezeichnung ‘Cravate’ von Kroate ableiten. HinzufĂĽgend ist jedoch gesagt, dass durchaus frĂĽher, nämlich bereits seit 1655, Männer der oberen Schichten ein doppelt um den Hals gelegtes und vorne geknotetes Tuch trugen. ZurĂĽck zu König Ludwig XIV.: Dieser war so von der geknoteten ‘Cravate’ angetan, dass er fortan den Binder selbst trug, und so im Adel verbreitete. Er beschäftigte sogar einen eigens fĂĽr die Pflege des Accessoires verantwortlichen Cravatier.

Im 18. Jahrhundert gehörte die fertig genähte Halsbinde, die im Nacken einen Verschluss hatte, zur korrekten Soldatenuniform. Mit der Zeit erlangte sie einen symbolhaften Charakter: Künstler die sich abgrenzen wollten, verweigerten sie – in der französischen Revolution hingegen waren sie das große Unterscheidungsmerkmal des privilegierten Adels (weiße Seidenkrawatte) vom Proletariat (bunte Baumwolltücher).

Im 19.Jahrhundert nahm die Bedeutung der Krawatte und dessen korrekte Bindung deutlich zu. So beschäftigte sich der französische Adelige Saint Hilaire 1827 mit der Kunst des Krawattenbindens und zeigte bereits über 32 verschiedene Bindetechniken. Erst 1860 setzte sich in Europa allgemein der Langbinder durch, die längere und schmalere Variante der bereits getragenen Form.

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