I AM DANDY – DIE RÜCKKEHR DES ELEGANTEN GENTLEMAN

am 2. Mai 2014

I am Dandy, gestalten Verlag

Ist es die Sehnsucht nach alten Zeiten, die aus jeder Pore seines perfekt sitzenden Anzugs schreit? Ist es das Wiederbeleben traditioneller Herrenbekleidung oder gar eine Antwort auf die einhaltende Lässigkeit in der Mode? Dandyismus ist all dies und noch viel mehr: Es ist ein kunstvoller Befreiungsschlag aus dem Mainstream, der Mut zum Anderssein, Hingabe und das Hochleben des eleganten Gentlemans. Das Buch I am Dandy portraitiert Männer, die auf ganz individuelle Art und moderne Weise Dandyismus interpretieren. 146 Seiten – jede eine Einladung in eine völlig neue (Stil-)Welt. Eine Lebenseinstellung fernab von Budget oder Herkunft.

Aber wo befindet sich der Ursprung des Dandytums und was macht einem Dandy zum Dandy?
Alles nahm seinen Anfang Mitte des 18. Jahrhunderts, als sich eine männliche Gruppe junger Londoner formierte. Inspiriert durch eine Reise nach Italien, versuchten sie dem nĂĽchternen und sittenreichen England eine feinere, italienische Etikette entgegenzusetzen. Ihr Ausdrucksmittel: ein aufsehenerregender Kleidungsstil. In der englischen Bevölkerung ernteten die Männer eher Spott und Häme, das BĂĽrgertum verfolgte eher Werte wie FleiĂź, PĂĽnktlichkeit und Besitzstreben – der Dandy lehnte diese Tugenden und bĂĽrgerlichen Zwänge kategorisch ab. Anstrengende Erwerbsarbeit passte hingegen so gar nicht in das Bild des groĂźstädtischen Dandys. Allen voran: George Bryan Brummell, der als erster Vertreter des Dandyismus gilt. Sein Lebens- und Kleidungsstil galt als besonders extravagant. So soll er drei Friseure, einen fĂĽr die Stirn, einen fĂĽr die Seiten und einen fĂĽr den Hinterkopf beschäftigt haben. Die Titulierung ‘Dandy’ soll von dem englischen Verb ‘dandle’ (tändeln, hätscheln) abgeleitet sein, eine andere Definition bezieht sich auf eine alte MĂĽnze, die ‘dandiprat’ hieĂź und nicht viel wert war.

Auch noch heute wird das männliche Interesse an Mode und das Wertlegen auf die äußere Erscheinung mit Oberflächlichkeit und Eitelkeit gleichgesetzt. Dieser Annahme stellt sich eine erlesene Sammlung stilvoller Männer entgegen, die das Dandytum mit neuen, frischen Impulsen belebt. Gentlemen, die immer ein bisschen überspitzter und perfektionistischer sind. Ob in der Art wie sie ihren Tee anrichten oder jedes kleinste Detail des Outfits in Szene setzen. Der Dandy zelebriert sich als Gesamtkunstwerk, lebt bunter, exzentrischer.

Mit I am Dandy haben die Fotografin Rose Callahan und der New Yorker Autor Nathaniel Adams ein Buch gestaltet, das durch seinen Facettenreichtum jedermann inspiriert, besonders authentisch, da sie ihre Linse nicht nur auf die Avantgarde Fassade richten, sondern auch einen Blick hinter die Dandy-Kulissen werfen.

Das Buch ist im gestalten Verlag erschienen.

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