IN MEMORIAM – LOU REED

am 30. Oktober 2013

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Die Nachricht schallte am vergangenem Wochenende durch alle Kanäle: Lou Reed ist im Alter von 71 Jahren gestorben. Ein Nachruf auf die US-Amerikanische Rocklegende, dessen Alben auch Spiegel seines ganz persönlichen Lebensweg sind.

Der 1942 in einem New Yorker Vorort aufgewachsene Reed prägte fast ein halbes Jahrhundert die Rock-Musik und nahm enormen Einfluss auf Generationen von Musikern. Zusammen mit dem Waliser John Cale grĂĽndete er die legendäre Band The Velvet Underground, die einen dĂĽster-schrägen Sound der aufkommenden Hippie-Bewegung entgegensetzte. Der Rebell, Rock-Junkie und Avantgardemusiker konnte zunächst nicht an den kommerziellen Erfolg seiner Kollegen wie etwa Bob Dylan anknĂĽpfen. GroĂźe UnterstĂĽtzung erhielt die Band vom Pop-Art-KĂĽnstler Andy Warhol. Er war es auch, der den Kontakt zur deutschen Sängerin Nico herstellte, mit der die Band das weltbekannte DebĂĽtalbum „The Velvet Underground & Nico“ aufnahm. Erst nachdem Reed die Band verlieĂź hallte ihm der Erfolg des Albums „Loaded“ nach, das deutlich von seiner musikalischen Handschrift geprägt war. „Sweet Jane“ und „Rock ‘n’ Roll“ wurden zu Klassikern. Die Masse erreichte Reed erst als SolokĂĽnstler, mit dem von David Bowie 1972 produzierten Album „Transformer“. Mit Bowie und Iggy Pop lebte er in den 70er Jahren in West-Berlin – dessen EinflĂĽsse im Album „Berlin“ gebĂĽndelt sind. Es folgten 1978 das grelle „Metal Machine Music“ und 1989 das Comeback Album „New York“. Beide sind durch den kĂĽhlen Stil Reeds gekennzeichnet.

Sein letztes Album erschien 2007 unter dem Namen „Hudson River Wind Meditations“. Reeds unerschöpflichen Ideen ließ er zudem in Projekten mit Künstlern, Theater- und Filmemachern wie Robert Wilson, Wim Wenders, Julian Schnabel und der Band Metallica einfließen.

Take a Walk on the Wild Side – mit dieser ganz persönlichen Hymne verabschieden wir uns von dem grandiosen Künstler Lou Reed.

 

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