James Dean: Rebell und Stil-Ikone

am 13. Februar 2015

James Dean

Der 30. September 1955: Zwei junge Männer sind mit einem silberfarbenen Porsche 550 Spyder von LA nach Salinas unterwegs. Der Wind weht ihnen um die Nase, zwischendurch halten sie an, klauen ein paar Äpfel. Dann geht es weiter, mit 55 Meilen dem Sonnenuntergang entgegen.

Um 17.50 Uhr geht bei der Autobahnpolizei ein Notruf ein. Auf der Kreuzung Highway 446 / Highway 41, nahe Cholame, gab es einen Unfall: Ein Porsche im Straßengraben, ein Ford Coupé quer auf der Fahrbahn. James Byron Dean stirbt mit 24 Jahren an seinen Verletzungen – eigentlich wollte er morgen mit seinem „Little Bastard“, wie er seinen 550er nannte, an einem Autorennen teilnehmen.

Pepsi entdeckt James Dean
Am 8. Februar 1931 auf einer Farm in Indiana geboren und aufgewachsen in Kalifornien entdeckt Dean schon als Kind seine Schauspiel-Leidenschaft. Seinem Vater zuliebe beginnt er 1950 ein Jura-Studium an der UCLA, im Nebenfach studiert er Theaterwissenschaften und ist immer auf der Suche nach Engagements. Mit seiner Größe von 1,73 m wird er oft als zu klein abgewiesen. Doch schnell hat der charismatische Junge mit dem unverwechselbaren Blick seine ersten weiblichen Fans: durch einen Pepsi Werbespot.

Es folgen Nebenrollen mit Größen wie Jerry Lewis, Dean Martin oder Rock Hudson. Der Rebell will hoch hinaus und zieht nach New York, wird vom renommierten „Actors Studio“ aufgenommen und feiert sein Broadway-Debut. In dem Stück „Immoralist“ sieht ihn Regisseur Elia Kazan und bietet ihm 1955 seine erste große Rolle als „Cal“ in „Jenseits von Eden“ an.

In Jeans zum Vorbild einer ganzen Generation
James ist ein Improvisationstalent, hält sich ungern an Textvorgaben. Dies macht ihn zu einem großartigen Schauspieler, führt aber auch zu Schwierigkeiten am Set. Er provoziert seinen Filmvater Raymond Massey außerhalb der Drehzeiten, damit dieser seine Wut auf „Cal“ alias James Dean nicht nur spielt, sondern fühlt. Oft kann Dean die Drehbuchtexte nicht und treibt Massey damit in den Wahnsinn. Nach nur zwei Wochen ist der Film im Kasten und schon folgt
„… denn sie wissen nicht, was sie tun“ an der Seite von Natalie Wood.

 

Einen Monat nach dem tragischen Unfall kommt der Film 1955 ins Kino und macht James Dean zum Idol einer ganzen Generation. Bis heute sind Blue-Jeans, das weiße T-Shirt und der rote Blouson, den er im Film trug, ein Synonym für Freiheit und jugendliches Lebensgefühl. Die Haar-Tolle, sein unverwechselbarer Gang und das Bild des rebellischen Teenagers machen ihn unsterblich und lassen ihn zur Ikone werden. Vor seinem Tod dreht James seinen dritten großen Film, den texanischen Western „Giganten“, mit Elizabeth Taylor und Rock Hudson.

Das tragische Ende eines Idols
Kurz nach Abschluss der Dreharbeiten von „Giganten“ trifft er sich mit dem deutschen Porsche-Mechaniker Rolf Wütherich. Zusammen wollen sie mit dem Spyder 550 nach Salinas fahren. Dean sitzt hinter dem Steuer. Um 17.45 Uhr kommt ihnen der 23-Jährige Donald Turnupseed mit seinem 1950er Ford entgegen. Die Sonne steht tief, als Donald links abbiegt und der Porsche auf ihn zuprescht. Wütherich überlebt schwer verletzt, Turnupseed hat einen Schock und James Dean stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus – am 8. Februar 2015 wäre er 84 Jahre alt geworden.

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