Kann die Jeans noch smarter werden?

am 10. Juli 2015

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Was der Modeliebe noch fehlt? Wahre Interaktion! Daran arbeitet Google jetzt in Kooperation mit Levi´s, um den Klassiker, den jeder im Schrank hat – die Jeans – als Eingabeinstrument zu sensibilisieren. Nachdem es schon in den Bereichen Gesundheit, Sicherheit oder Beruf Innovationen wie Puls- oder Blutdruck messende Vital-Shirts, in die Kleidung eingearbeitete Alarmtasten fĂĽr Notrufe oder Handgelenk-Computer als Datenhandschuhe gibt, kommt jetzt das „TĂĽpfelchen auf dem i“.

Die neue Ă„ra lässt all das jetzt schon „oldschool“ wirken. Unter dem Projektnamen “Jacquard” (benannt nach Joseph-Maria Jacquard, dem Erfinder des lochkartengesteuerten Webstuhls) schafft intelligente Kleidung bald eine neue Faszination: Die textile Kommunikation mit der digitalen Welt. Da ist Anfassen erwĂĽnscht. Durch DrĂĽck- oder Wischbewegungen auf dem Stoff sollen sowohl die Bedienung vom Lichtschalter als auch die Steuerungen von Computer oder Smartphone aus der Distanz funktionieren. Auch Anrufe oder das Senden von Nachrichten sollen möglich sein.

Geht nicht gibt´s nicht

Der Denim wird mit leitfähigen Metallfäden, die als Sensoren Berührungen registrieren, und damit verbundenen Chips in Knopfgröße versehen. Größte Herausforderungen in der Entwicklung waren die schadenfreie Integration der Mini-Chips und die Versorgung mit Strom. Das Ergebnis ist sensibel wie ein fühlendes Wesen und sogar pflegeleicht, dehn- und waschbar, also unkompliziert in jeder Hinsicht.

Wird man in Zukunft nur noch Menschen sehen, die sich über die Beine streichen oder wie wild mit dem Finger auf´s Knie drücken? Es könnte auch ein Rundum-Touch-Ritual werden, denn bei der Jeans soll es nicht bleiben, Levi´s ist nur der erste Partner, von der Jacke über den Pullover bis zum Einrichtungsequipment, wie Teppich oder Möbelstück mit Stoffbezug, soll alles möglich werden.

Das Plus: Kein Suchen mehr nach dem Handy, kein Aufstehen mehr um das Licht auszumachen.
Das Minus: Die Verführung, sich bald nur noch mit der Technik zu beschäftigen, weil es immer einfacher wird – volle Konzentration auf die Jeans statt auf das Gegenüber! Wer möchte schon mit jemandem im Restaurant sitzen, der sich nur mit den eigenen Beinen beschäftigt?

Bis zur Integration in Bekleidung dürfte es noch bis nächstes Jahr dauern. Dann werden wir sehen, ob sich das technisch Machbare auch in unserem Leben durchsetzen kann – wir sind gespannt.

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