Kleine Lederwarenkunde

am 30. März 2015

Kleine Lederwarenkunde


Eine Lederjacke gehört zu den Basics im Kleiderschrank. Aber kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Nappa und Nubuk? Und warum sind Kleidung, Taschen und Co. aus Leder so teuer? Wir machen mit Ihnen einen kleinen Exkurs in die Lederwarenkunde.

Der Preis: Hinter jedem Stück aus Echtleder steht ein Lebewesen, allein das sollte seinen Preis haben. Die Verarbeitung von der Tierhaut zum fertigen Produkt ist ein aufwendiger Prozess: Die Felle müssen konserviert, Haare und Borsten entfernt, Häute gespalten und gegerbt werden. Danach werden die Häute aufwendig in der Zurichtung zu Bekleidungsledern fertiggestellt. Der Preis wird von der Tierart, Herkunft, Alter, Hautqualität, Gerb-Know-How bestimmt.

Der Croupon ist der hochwertigste Teil der Haut, das HalsstĂĽck erkennt man an den Halsriefen der Haut, Flanken haben eine lockere Struktur und sind nicht so fest wie der Croupon.

Schweinsleder oder Lammleder – wo liegen die Unterschiede?
Schweinsleder
weist eine typische Perforation auf und ist preiswerter als andere Tierhäute. Es ist sehr strapazierfähig und wird vor allem in der Bekleidungsindustrie oft in Form von Veloursleder verwendet. Rindsleder wird hingegen oft als Nappaleder angeboten und ist das am weitesten verbreitete Leder und wird auf Grund seiner Strapazierfähigkeit gerne für Aktentaschen und Gürtel genutzt. Kalbsleder ist teurer als Rindsleder und weist ein besonders feines Porenbild auf. In Form von Veloursleder gilt es als Spitzenleder mit elegantem Schliff. Besonders weich und geschmeidig ist Lammleder. Darum gilt es als sehr hochwertiges Leder, aus dem Jacken, Hosen oder Gelbörsen hergestellt werden. Dieses Leder ist in der Regel auch teurer.

Die Qualität: Die Güte wird durch Narben, Hautstruktur, Festigkeit, Dehnbarkeit und Herkunft bestimmt. Je jünger das Tier, umso weicher und teurer das Leder. Gut zu wissen: Natürliche Unregelmäßigkeiten sind Echheitssymbole des Leders und keine Mängel.

Lederarten: Nappa oder Nubuk?
Zu den häufigsten Lederarten gehören Nappa-, Nubuk- und Veloursleder. Ausschlaggebend dabei ist, ob die Außenseite der Haut bearbeitet wird oder die Innenseite. Für Nappa- und Nubukleder werden die Außenseiten bearbeitet, Nubuk ist demnach geschliffenes Nappaleder. Für Veloursleder wird die Innenseite bearbeitet.

Nappa: Nappaleder ist ein Sammelbegriff für Leder, bei dem die Narbenseite der Tierhäute (Haarseite nach außen) verarbeitet wurde. Die Oberfläche von Nappaleder ist besonders weich und geschmeidig. Dieses Leder ist besonders geeignet für Kleinlederwaren wie Handschuhe, Taschen oder Portemonnaies.

Nubuk: Wird die glatte Nappaseite angeschliffen, erhält die Oberfläche einen samtigen weichen Griff. Dieses Leder nennt man dann Nubukleder, das allerdings empfindlicher als andere Leder ist. Dafür  werden meistens feine Häute vom Kalb, Rind oder Büffel verwendet. Aber auch Lamm-, Ziegen- und Hirschhäute werden genutzt.

Velours: Durch Schleifen der nach innen liegenden Hautseite ergibt sich eine charakteristische, samtige Veloursoptik. Dieses Leder ist sehr atmungsaktiv und wird oft fĂĽr Schuhe genutzt.

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