LORIOT – der Pirol von BĂĽlow

am 4. Dezember 2013

Loriot - Bernhard-Viktor Christoph-Carl von BĂĽlow

Loriot - Bernhard-Viktor Christoph-Carl von BĂĽlow

„Es ist der Reiz des Lebens, dass man nicht alles für selbstverständlich hält, sondern noch bereit ist, sich zu wundern.“
Er war einer der begnadetsten Humoristen Deutschlands, selbstironisch, nie bösartig und trotzdem immer fĂĽr einen Lacher zu haben – LORIOT wäre am 12. November 90 Jahre alt geworden. Wir blicken auf ein „Gesamtkunstwerk“ zurĂĽck und erinnern uns an sein Leben und seinen feinsinnigen Humor.

Der Adelssohn
Bernhard-Viktor Christoph-Carl von BĂĽlow wurde 1923 in Brandenburg an der Havel geboren. In Berlin aufgewachsen, in Stuttgart aufs Gymnasium gewechselt, verlor Vicco von BĂĽlow frĂĽh seine Mutter. Als Sohn einer Offiziersfamilie und mecklenburgischem Adelsgeschlecht, in das er hineingeboren wurde, machte er sich bald ĂĽber die typischen deutschen Eigenschaften lustig. Als Offizier erreichte er den Dienstgrad Oberleutnant, machte aber auf den Wunsch seines Vaters ein Malerei und Grafikstudium in Hamburg. „Wenn wir den Krieg gewonnen hätten, nicht auszudenken, was aus mir geworden wäre”, sagte er einmal im Bezug auf seine Familie.

„Männer und Frauen passen eigentlich nicht zusammen“
Mit dem Künstlernamen „Loriot“, was für das Wappentier der Bülows, den Pirol steht, schrieb er legendäre Dialoge zwischen Männer und Frauen, die für ihn eine große Inspiration waren.
Egal ob der Rentner und Lottomillionär Erwin Lindemann, welcher mit seiner Tochter eine Herrenboutique eröffnen will, oder der Streit ums falsche GefĂĽhl beim FrĂĽhstĂĽckseier kochen und der Schlusssatz: „Morgen bringe ich sie um!“, sowie das legendäre Weihnachtsfest bei Hoppenstedts, – Loriot erreichte mit seinen Werken Kultstatus in ganz Deutschland.
Er erschuf Charaktere mit hohem Wiedererkennungswert, wie die Akademiker Dr. Klöbner und Müller-Lüdenscheidt und erweckte sie, in überspitzt dargestellten Alltagssituationen, zum Leben. Auch Sketche wie „Früher war mehr Lametta“, „Der Hund kann ja gar nicht sprechen!“ und das ausreichende „Ach was!?“ beinhalteten Sprüche, die bald darauf ein fester Bestandteil der deutschen Umgangssprache wurden.

Loriot – das humorvolle Gesamtpaket
Preise wie der Bambi oder die Diva, um nur ein paar zu nennen, folgten auf sein Kinodebüt „Ödipussi“, bei dem er erstmals auch als Filmregisseur tätig war. 1988 wurde der im Berliner Wohnviertel seiner Kindheit gedrehte Riesenerfolg in Ost und West Berlin uraufgeführt. Anschließend folgte „Papa ante portas“, in dem er einen erfolgreichen Geschäftsmann spielte, der urplötzlich in Rente gesetzt wird und jetzt vergeblich versucht seiner Familie im Haushalt zu helfen.

„Ja und Nein“
In den Jahren vor seinem Tod zog sich Loriot aus der Öffentlichkeit zurück und hörte viel Musik. Auf die Frage, ob es ein schönes Leben sei wenn man „Loriot“ ist, gab er eine seiner legendären Antworten: „Das kann man mit einem Wort nicht beantworten. Nur mit Ja und mit Nein.“
Danke fĂĽr die zahlreichen Sketche, unvergesslichen Filmmomente und humorvollen Charaktere – danke Loriot.

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