Mode-Mysterien Teil 10: Stillgestanden – Camouflage!

am 7. April 2017

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Es gibt Trends, die sind einfach unbesiegbar. So auch Camouflage (frz. für Täuschung oder Irreführung). Dass das beliebte Muster ursprünglich von der Armee abgeguckt wurde, wissen wir alle. Aber wie kam der heutige „Military Style“ auf die Laufstege dieser Welt? Wir blicken zurück …

VON DER TARNUNG ZUR POP-KULTUR

Während des 1. Weltkriegs entwickelt eine Gruppe Kubisten (auch „Camoufleurs“ genannt) die bekannten Tarnflecken auf der Militär-Kleidung. Die Idee: Natur-Farben in geometrische Formen zu zerlegen, um die Soldaten „unsichtbarer“ gegenüber Angreifern zu machen.

Der militärische Look hält sich allerdings über die Nachkriegszeit hinaus und erreicht Subkulturen der nachfolgenden Jahrzehnte. In den 60ern ist Camouflage unter anderem ein Zeichen der Vietnamgegner. Sie schmücken das Muster mit Friedenstauben und „No War“-Aufnähern. Später nutzen Punks den Style als Protest gegen die Spießer-Gesellschaft.

1986 „entmilitarisiert“ der amerikanische Künstler und Filmemacher Andy Warhol die Tarnkleidung mit Selbst-Porträts im bunten Flecken-Design. Damit wird Camouflage erstmals zur Pop-Kultur …

VON DER BĂśHNE ZUR STREETWEAR

Wenig später, in den frühen 90ern, entwickelt sich aus der Anti-Haltung der „Military Style“ – den, unter anderem, der Musiker Kurt Cobain auf der Bühne präsentiert. Ein Mode-Trend ist geboren! Bekannte Designer, wie Jean Paul Gaultier, integrieren die Prints in ihre Haute Couture. Und bald ist der Look auf der Straße angekommen.

Übrigens, wem Camouflage heute immer noch zu „kämpferisch“ daher kommt, mag bedenken: Safari-Jacken – einst Großwildjäger-Kluft. Chinos – ehemalige britische Krieger-Garderobe. Desert Boots, Cargos, Rucksäcke – bekannte und beliebte Soldaten-Kleidung. Nur mittlerweile sehr gut getarnt …

Text: Rebecca Kapfinger, Redaktion

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