Mode-Mysterien Teil 3: Warum sind Krawatten im Iran verboten?

am 10. März 2016

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Nach der islamischen Revolution 1979 setzten die Behörden im Iran strenge Bekleidungsvorschriften durch: Frauen müssen Schleier tragen und Männer Anzüge sowie Hemden mit Stehkragen. Aber: keine Krawatten! Wir haben mal recherchiert, warum dort Schlipse so unbeliebt sind … hätten Sie’s gewusst?

Das Böse aus dem Westen …

Seit ĂĽber 3 Jahrzehnten gilt die Krawatte in der islamischen Republik Iran als Symbol westlicher Kultur und Dekadenz.

Wer sich eine Krawatte umbinde, trete fĂĽr westliche Werte ein, identifiziere sich mit dem “bösen Teufel” (den USA) und seinen kleinen VerbĂĽndeten. Das behaupteten iranische Sittenwächter, die 2008 sogar ein Importverbot fĂĽr Krawatten durchsetzten. Revolutionäre erwähnten die Schlipse in ihrer Propaganda als Zeichen von Satanismus, ja sogar als Abwandlung des christlichen Kreuzes.

Das Krawatten-Verbot gilt teilweise heute noch. Selbst Manager in gehobenen Positionen werden bei Verstoß von der islamischen Religionspolizei erfasst. Und natürlich sind Schlipse auch in Restaurants, Konzerten (sofern sie stattfinden dürfen) oder offiziellen Anlässen verpönt.

Ausnahmen bestätigen die Regel

In den vergangenen Jahren wurden die strengen Vorschriften – zumindest bei den Krawatten – etwas gelockert. Bei Hochzeiten z. B. ist das “westliche KleidungsstĂĽck” inzwischen geduldet und beliebt geworden.


Text: Rebecca Kapfinger, Redaktion

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