Produktpiraterie in der Mode

am 3. Februar 2007

Ein ├ťbel der Zeit: moderne Produktpiraten sind so dreist und dabei so professionell organisiert, da├č sie gerade in der Mode oft schneller mit dem Imitat auf dem Markt sind als das Original.
Und das geht so: entweder sind die “Trendscouts” der Produktpiraten auf den internationalen Modemessen unterwegs und fotografieren an neuen Modellen, was ihnen vor das (Handy-)Objektiv kommt. Auch aus diesem Grunde wird das Fotografieren auf vielen Messest├Ąnden mit sofortigem Platzverweis geahndet. Die Fotos dienen dann als Vorlage f├╝r ein mehr oder weniger gelungenes Imitat – nat├╝rlich mit den Labels versehen, die es als ein Kollektionsteil einer bekannten Marke ausweisen.
Noch dreister ist die Vorgehensweise, bei der “Scheinh├Ąndler” komplette Kollektionen einkaufen und diese direkt in die Hochburgen der Modekopierer schicken. Dort dienen sie als perfekte Blaupausen f├╝r das Imitat.
Letztlich ein Wettlauf, den die etablierten Modemarken h├Ąufig nicht gewinnen k├Ânnen. Und auch das schulterzuckende Hinnehmen unter dem Aspekt “Wenn wir kopiert werden, sind wir als Marke interessant” ist nicht der Weisheit letzter Schlu├č – sind die Kopien doch durchweg aus billigeren Materialien und wesentlich “kosteng├╝nstiger”, also klar gesagt: schlechter verarbeitet. Mangelnde Qualit├Ąt, die bei nicht als solchen erkennbaren Kopien unmittelbar zum Imageverlust der kopierten Marke f├╝hren kann.
Die legend├Ąre italienische Modemarke Armani geht dieses Problem auf neue Weise an: jedes der bei uns erh├Ąltlichen Unterw├Ąsche-Teile tr├Ągt das Armani-Echtheitszertifikat – denn Armani z├Ąhlt zu den h├Ąufigst kopierten Opfern moderner Produktpiraterie. Jedes Zertifikat besitzt ein Hologramm und eine r├╝ckverfolgbare Seriennummer, womit Sie sicher sein k├Ânnen, von uns ausschlie├člich die echte Armani-W├Ąsche zu erhalten:

Wir sind gespannt auf die weitere Entwicklung. Interessanterweise soll ja gerade in China die wachsende wohlhabende Mittelschicht mehr und mehr daran interessiert sein, nachweisbar “echte” Ware zu kaufen. Imitate sollen in vielen Kreisen ge├Ąchtet sein – schlie├člich will man zeigen, sich das “Echte” leisten zu k├Ânnen…

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