UNTER STROM: DIE RĂśCKKEHR DES PORSCHE P1

am 7. Februar 2014

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Entdecker, Sportwagenliebhaber und Motorfreunde dürfte diese Meldung besonders freuen: Das „Egger-Lohner-Elektromobil Modell C.2 Phaeton“, kurz P1, kehrt nach seiner Wiederentdeckung in das Stuttgarter Porsche Museum ein.

Er hätte bereits vor über 100 Jahren für einen saubere Umwelt ohne Smog und Feinstaub sorgen können. Denn Mobile mit Elektromotor waren bereits Ende des 19. Jahrhunderts erstaunlich weit entwickelt.

Eines der ersten Elektromobile entstand unter Ferdinand Porsche, der bereits Ende des 19. Jahrhunderts viele Ideen zur Konstruktion von Kraftfahrzeugen lieferte. Der im nordböhmischen Maffersdorf geborene Porsche erwarb 1893 als Gasthörer an der Technischen Universität Wien theoretische Kenntnisse, die er bei der Elektrofirma „Béla Egger & Co.“ in die Praxis umsetzte. Was ihm durchaus erfolgreich gelang: Innerhalb von vier Jahren stieg er vom Praktikanten zum Leiter der „Probierabteilung“ auf.

Die Begegnung mit dem Wiener Kutschenfabrikant Ludwig Lohner sollte zwei Gleichgesinnte zusammenbringen. Denn Lohner träumte bereits vom elektrisch angetriebenen Mobil, in dem er die Zukunft des Automobils sah. Der erste Modellversuch unter Mitarbeit Porsches war weniger erfolgreich, die Konstruktion scheiterte. 1898 entstand ein Modell ganz nach Porsches Vorstellungen: Das „Egger-Lohner-Elektromobil C.2“ mit Vorderachsenlenkung und 130 Kilogramm schweren Elektromotor am Heck. Dieser Oktagon-Motor erbrachte eine Leistung von beachtlichen drei PS, kurzfristig bei Überlastung sogar bis zu fünf PS. Das mit sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgängen sowie vier Bremsstufen ausgestattete Elektroauto hatte aber noch eine weitere Innovation: Die Lohner-Wechselkarosserie, die es ermöglichte den Wagen sowohl im Sommer als auch im Winter zu fahren.

Die erste Bewährungsprobe des P1 heimste direkt eine Goldmedaille ein: Bei der „Internationalen Motorwagen-Ausstellung“ in Berlin wurde 1899 die Leistungsfähigkeit bei einer „Preiswettfahrt für Elektromobile“ getestet. Mit 18 Minuten Vorsprung gewann der P1 die 40 Kilometer lange Strecke.

Das unversehrte und unrestaurierte Originalfahrzeug gilt als erste Porsche-Konstruktion der Welt und eröffnet jetzt nach 116 Jahren als Auftakt-Exponat die Ausstellung.

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