Wie die Schotten zum Karo kamen

am 25. September 2015

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Assoziieren Sie Karos auch direkt mit Schottenröcken? Kein Wunder, schließlich hat jeder schottische Clan sein eigenes Tartan-Muster. Aber wie kam es eigentlich dazu?

Schottland: Damit verbinden wir Dudelsäcke, die grünen Wiesen des Hochlands und Schafe. Der Boden dort ist so unfruchtbar, dass oft nur Viehzucht möglich ist. Viele Schafe produzieren natürlich auch jede Menge Wolle. Bei so viel Wolle hatte jede Region der Highlands auch ihren Weber, der die Stoffe mit Pflanzen aus der Umgebung färbte. Die Farben und Karo-Muster unterschieden sich also erst einmal nicht von Clan zu Clan, sondern von Region zu Region. Karomuster wurden übrigens bereits vor dem 14. Jahrhundert in Stoffe gewebt.

1746 kam es zwischen katholischen Schotten und Engländern zur Schlacht bei Cullodon. Nach dem Sieg der Engländer wurde das Tragen von Tartans sogar verboten, um die Highland Kultur zu unterdrücken. Das Gesetz galt allerdings nicht lang.

Ungefähr 20 Jahre später eröffnete ein Mann namens William Willson eine Weberei, die sich auf Tartan-Stoffe spezialisierte und fing an, die Muster nach Regionen und Städten einzuteilen und zu nummerieren.

Der Clan und das Muster

Im selben Jahrzehnt wurden auch die ersten Tartans von der „Highland Society of London“ als offizielles Clan-Merkmal registriert. Viele waren Muster von Willson, die er 1819 in seinem „Key Pattern Book“ zusammenfasste. Als König Georg IV 1822 Schottland besuchte, wurden die Clanchieftains aufgefordert, in Kilt mit Tartan-Muster zu erscheinen. Viele Clans hatten allerdings noch gar kein „eigenes“ Muster und ließen sich schnell eines registrieren. Die Farben selbst haben dabei überhaupt keine Bedeutung.

Gegen eine GebĂĽhr kann sich bis heute jeder ein Muster registrieren lassen. Labels wie Burberry oder Barbour sind heute bekannt fĂĽr ihre Hauskaros.

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