Wir fahrn, fahrn, fahrn auf der Autobahn

am 12. Januar 2015

Kraftwerk

Vor 40 Jahren schickten vier Synthesizer-Pioniere das Wirtschaftswunderland Deutschland auf die „Autobahn“ in die Zukunft. Im selben Jahr entstand der von Mies van der Rohe konzipierte Bau der Neuen National Galerie in Berlin, der nun nach 40 Jahren wegen Sanierungsarbeiten geschlossen wird. Ein Grund, Kunst und Musik zu vereinen, bevor der letzte Vorhang fĂŒr das Museum fĂ€llt. BĂŒhne frei fĂŒr die Band Kraftwerk!

Vom 6. bis zum 13.01.2015 treten die UrvĂ€ter der elektronischen Musik acht Tage hintereinander in Berlin auf. Danach geht es weiter nach Amsterdam und Kopenhagen. Die Konzertreihe „Katalog – 1 2 3 4 5 6 7 8“ ist Kunstinstallation und 3-D-Konzert zugleich und eine Hommage an ihre acht wichtigsten Alben von „Autobahn“ (1974) bis „Tour de France“ (2003).

Experimentelle Klangkunst
Diese Multimedia-Show ist eine Zeitreise. Eine Zukunftsvision aus vergangenen Zeiten, die noch immer aktuell zu sein scheint. Denn ihrer Zeit voraus war die Band schon in den 70er Jahren. 1968 grĂŒndete Ralf HĂŒtter mit seinem Studienkollegen Florian Schneider in DĂŒsseldorf die Band „Organistaion“. Zwei Jahre spĂ€ter wurde daraus Kraftwerk. Die Besetzung des spĂ€teren Quartetts wechselte in den Jahren, HĂŒtter blieb – bis heute.

Die ersten Alben waren sehr experimentell und teilweise noch akustisch, bis Kraftwerk 1974 mit „Autobahn“ ihr erstes elektronisches Album veröffentlichte. Produziert und experimentiert wurde von Beginn an im Bandeigenen „Kling-Klang-Studio“.

Das Gegenteil von Rock’n'Roll
Die Vier erzeugten ganz neue, elektronische KlĂ€nge und waren das Gegenteil der amerikanischen Rock’n‘Roll Kultur: In AnzĂŒgen, Facharbeiter-Kitteln und zu Robotern mutiert waren die Jungs das Futuristischste, das diese Ära zu bieten hatte. Mit ihrer Musik prĂ€gten sie KĂŒnstler wie David Bowie, Depeche Mode, Moby oder auch die Detroit Techno-Szene.

Anfang der 90er wurde es ruhig um die Band. 2003 meldete sie sich dann mit „Tour De France Soundtracks“ zurĂŒck und landete sofort auf Platz eins der deutschen Album-Charts. 2011 gaben die KlangkĂŒnstler ihr erstes Konzert vor einer 3-D-Videoprojektion in MĂŒnchen. Florian Schneider stieg ĂŒbrigens Ende 2008 aus. HĂŒttler macht weiter – zum GlĂŒck.

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