WĂŒstenblume Waris Dirie – Supermodel und KĂ€mpferin

am 18. Juni 2010

Waris-Dirie

Sie gehörte Anfang der 1990er Jahre neben Cindy Crawford, Linda Evangelista und Claudia Schiffer zu den ersten Supermodels. Waris Dirie musste jedoch einen steinigeren Weg als ihre Kolleginnen gehen.

Waris Dirie wurde vermutlich im Jahr 1965 geboren, der exakte Geburtstag ist nicht bekannt. Sie gehört einer somalischen Nomadenfamilie an. Im Alter von fĂŒnf Jahren muss sie eine Klitorisbeschneidung ĂŒber sich ergehen lassen. Als sie 13 Jahre alt ist, will ihre Familie sie mit einem Mann verheiraten, der mehrere Jahrzehnte Ă€lter ist. Waris weigert sich, die ihr vorherbestimmte Ehe einzugehen und flieht. Ihr erstes Ziel ist Mogadischu, wo ihre Schwester und ihre Tante leben. Mit Hilfe eines Onkels, der somalischer Botschafter in London war, reist sie 1981 weiter nach London. Sie jobbt als HausmĂ€dchen und bei McDonalds. Dort wird sie von dem britischen Fotografen Terence Donovan entdeckt. Waris ist jetzt 18 Jahre alt und ihre Modelkarriere schießt bald durch die Decke.

Sie ist die erste schwarze Frau auf dem Cover der Vogue. Große Kosmetikkonzerne und Modeunternehmen nehmen sie unter Vertrag. Waris lĂ€uft auf allen relevanten Modenschauen. Zusammen mit Naomi Campbell, Cindy Crawford und Christy Turlington gehört sie zu den ersten Supermodels, die Anfang der 1990er Jahre fĂŒr Furore auf den Laufstegen sorgen.

Mittlerweile arbeitet Waris Dirie nicht mehr als Model, sondern engagiert sich fĂŒr die Rechte von Frauen. Seit sie 1997 zum ersten Mal in einem Interview mit der Zeitschrift Marie Claire öffentlich ĂŒber ihre Beschneidung gesprochen hat, ist das Tabuthema in den Medien prĂ€sent. UN-GeneralsekretĂ€r Kofi Annan ernannte Waris noch im selben Jahr zur UN-Sonderbotschafterin im Kampf gegen weibliche GenitalverstĂŒmmelung. 2002 grĂŒndet Waris ihre eigene Stiftung, die Waris Dirie Foundation (http://www.waris-dirie-foundation.com/de), mit der sie weiter gegen FGM (Female Genital Mutilation) kĂ€mpft. Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass weltweit mindesten 150 Millionen MĂ€dchen dieses grausame Ritual erleiden mussten, bei dem die Ă€ußeren weiblichen Genitalien ganz entfernt oder beschnitten werden. Die Frauen haben ihr ganzes Leben unter den körperlichen und seelischen Folgen dieses Eingriffs zu leiden. Waris Dieire hat in ihren BĂŒchern “WĂŒstenblume”, “Nomadentochter” und “Brief an meine Mutter” ihre Erlebnisse verarbeitet. “WĂŒsentblume” wurde 2009 mit dem Ă€thiopischen Model Liya Kebede in der Hauptrolle verfilmt.

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