ZEITLOS SCHÖN – MODEFOTOGRAFIE VON MAN RAY BIS MARIO TESTINO

am 18. August 2014

Zeitlos schön

Schöne Models in schöner Kleidung darstellen – so wĂĽrde ein AuĂźenstehender wohl Modefotografie definieren. Die Ausstellung „Zeitlos schön“ im ZĂĽricher Museum Bellervie zeigt, dass es dabei um viel mehr geht. Die Bilder stammen aus den Archiven des CondĂ© Nast Verlags, der unter anderem weltbekannte Magazine wie Vogue oder Vanity Fair etablierte. Mit seinen Publikationen prägte CondĂ© Nast die Modefotografie wie kaum ein anderer. Er entdeckte und förderte die besten Modefotografen der letzten rund 100 Jahre. VerfĂĽhrerisch, provokativ, banal, exzentrisch und mächtig – noch bis zum 19. Oktober zeigt „Zeitlos schön“ die Entwicklung der Modefotografie von Edward Streichen ĂĽber Helmut Newton bis zu Mario Testino oder Tim Walker.

Modeaufnahmen halten den Zeitgeist der einzelnen Generationen fest und sind ein Sinnbild der gesellschaftlichen und politischen Umstände. Die Ausstellung verdeutlicht wie sich der Sinn für Ästhetik, Bildsprache und Komposition im Laufe der Zeit wandelte. Die Modefotografie entfernte sich mehr und mehr von der klassischen Fotografie und entwickelte sich zur Kunstform. Eine aufwendige visuelle Gestaltung steht heute im Vordergrund. Die Models entsprechen nicht mehr der klassischen Schönheit und auch die Mode an sich rückt zunehmend in den Hintergrund. Die derzeitigen Fotografien sind im Vergleich zu alten Aufnahmen geprägt von einer gewissen Künstlichkeit. Retusche gab es zwar schon in den sechziger Jahren, doch nie wurde so viel und aufwendig retuschiert wie heute. Nur ein perfekt bearbeitetes Bild wird heute als gutes Bild angesehen.

Modefotografie ist außerdem eine Gratwanderung – einerseits geht es darum stets etwas Neues zu schaffen, Tabus zu brechen und Aufsehen zu erregen. Doch auf der anderen Seite darf man dies nur bis zu einem gewissen Maß tun, da die Magazine auf Werbekunden und Leser angewiesen sind. Faszination Modefotografie – ein Experiment zwischen Kommerz und Kreativität, Mainstream und Subkultur, Industrie und Kunst!

Weitere Informationen zur Ausstellung finden Sie unter: www.museum-bellerive.ch

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