Zur Schurwolle in Anzügen, Hosen und Sakkos

Als Schurwolle bezeichnet man zunächst alle durch die Schafschur gewonnenen Wollarten. Schurwolle muss vom lebenden Schaf gewonnen und erstmalig verarbeitet werden, also nicht etwa aufbereitet worden sein.

Die teils äußerst komplexen Klassifizierungssysteme für Woll-Qualitäten sollen dieses in vielen unterschiedlichen Qualitäten vorliegende Handelsgut zu bewerten. Im Bereich der Anzüge, Sakkos und Hosen wird meist die Qualitätsbezeichnung 'Super 100´s' o.ä. verwendet. Die unterschiedlichen Maßzahlen wie 80, 100, 120 etc. besagen, bis zu welcher Garnfeinheit das Ausgangsmaterial, die Schurwolle also, ausgesponnen werden kann. Dieser Wert gibt also den durchschnittlichen Faserdurchmesser an. Hier gilt grob gesagt: je höher diese Maßzahl, desto feiner wird der Oberstoff. Der Zusatz 'Super' darf dabei nur für reine Schurwolle verwendet werden.

Ein Beispiel: eine Schurwolle mit der Bezeichnung Super 120`s darf nach der IWTO (International Wool Trading Organization) einen durchschnittlichen Faserdurchmesser von maximal 17,5 Mikron haben.

Wichtig für Sie als Kunden ist neben dieser allgemeinen Kennzahl des weiteren, daß die Schurwolle von einem renommierten Weber stammt (hier sollten Sie nicht die Marke des Bekleidungsherstellers mit derjenigen des Webers verwechseln). Die renommiertesten Weber stammen nach wie vor aus Italien, hier hat die Globalisierung noch keine Änderungen erbracht.

Lassen Sie sich nicht durch angeblich 'zu leichte' Schurwolle davon abhalten, diese auch im Winter zu tragen. Denn Schurwolle ist ein Alljahres-Material: im Sommer äußerst knitterfrei und luftig, im Winter ausreichend wärmend durch ihr hohes Wärmerückhaltevermögen.