Alle Jahre wieder stehen Millionen von Weihnachtsbäumen in den Wohnzimmern. Mit Kugeln, Girlanden und Lichterketten geschmückt, versammelt sich die ganze Familie am Baum um besinnlich zu feiern und Geschenke auszutauschen. Doch was hat es mit dem Christbaum eigentlich auf sich? Wir geben Ihnen ein paar Fakten an die Hand.

 

Eine kurze Geschichte des Weihnachtsbaumes

Der Ursprung des Weihnachtsbaumes liegt in alten heidnischen Bräuchen. Vor vielen Jahrhunderten schon nutzte man immergrüne Pflanzen zu regelmäßig wiederkehrenden Bräuchen in der kalten Jahreszeit. Pflanzen, die ganzjährig grünen, stehen seit vielen Jahrhunderten für Lebenskraft und Fruchtbarkeit. So wurden böse Geister vertrieben oder das Erwachen der Natur im Frühling heraufbeschworen. Im Laufe der Zeit wurden vielerlei Bäume für verschiedene Festlichkeiten geschmückt, man denke hier beispielsweise an den Maibaum.

Die Frage wo der Weihnachtsbaum, wie wir ihn heute kennen, erstmalig auftauchte war lange Zeit unklar. Mittlerweile geht man davon aus, dass die ersten dekorierten Tannenbäume in den Handwerks-Zünften um das Ende des 16. Jahrhunderts aufkamen und nach und nach erst Einzug in die Wohnzimmer bürgerlicher Familien erhielten.

Die  Entwicklung ging schließlich so weit, dass bereits im 19. Jahrhundert vermehrt Tannen- und Fichtenwälder angelegt wurden um die hohe Nachfrage nach Weihnachtsbäumen decken zu können.

 

Aktuelle Weihnachtsbaum-Facts

Die mit Abstand beliebteste Art heutzutage ist die ursprünglich aus dem Kaukasus stammende Nordmann-Tanne mit ca. 75 % Verbreitung. Sie verfügt über relativ weiche Nadeln, welche sie auch nicht so schnell verliert, was sie zum idealen Weihnachtsbaum macht. Weitere Baumarten sind die Blaufichte mit 15 % und sonstigen Fichten mit 7 % Verbreitung.

Jedes Jahr stehen zwischen 24 und 25 Millionen Weihnachtsbäume in deutschen Haushalten. Auch steigt der Anteil online gekaufter Weihnachtsbäume stetig an. Ein Großteil der Bäume landet nach dem Fest auf dem Müll und wird in Kraftwerken verheizt.

 

Der Lebensweg eines Weihnachtsbaums

Eine kommerzielle Nordmann-Tanne verbringt als Sämling 2-3 Jahre im Saatbeet der Baumschule, anschließend werden sie für zwei Jahre ins Vorschulbeet verpflanzt, um dann bis zu einem Alter von 10-12 Jahren meist auf speziellen Plantagen zu wachsen.

 

Positive Ökobilanz

Die ökologische Bilanz von Weihnachtsbäumen ist gar nicht mal so schlecht. So bindet ein Hektar Weihnachtsbäume in zehn Jahren ca. 145 Tonnen CO2, 300 Tonnen Staubpartikel und sorgt für ca. 100 Tonnen Sauerstoff. Plastikbäume können da selbstredend nicht mithalten und sind ökologisch gesehen keine nachhaltige Alternative.

 

Die Topf-Alternative

Leider werden auf Plantagen häufig Pestizide eingesetzt. Wer auf der Suche nach einer nachhaltigen Alternative zum Einweg-Baum ist, der kann sich Weihnachtsbäume im Topf kaufen oder mieten. Die Bäume werden nach den Feierlichkeiten wieder abgeholt und weitergepflegt - oder wieder eingepflanzt. Die Preise für eine Topf-Tanne sind ungleich höher und es ist einiges an Aufwand nötig, damit die Tanne auch wirklich überlebt - was leider nicht selbstverständlich ist. Tannen haben lange Wurzeln, die Wahrscheinlichkeit diese beim Umtopfen zu verletzen sind recht hoch, außerdem bedeutet die häusliche Wärme hohen Stress für die Tanne. Die Nachfrage nach Topf-Tannen beträgt momentan noch magere 1 % - jedoch mit stark wachsender Tendenz.

Natürlich können Sie in ländlichen Gegenden auch selber bei Waldbesitzern anfragen, ob Sie sich einen Baum schlagen dürfen - wenngleich das natürlich keine Alternative für die breite Masse ist.