Woher kommt das Klischee "maritime Streifen"?

Das Wort "maritim" stammt aus dem Lateinischen und bedeutet "zum Meer gehörig." Wenn Sie an ein Matrosenkostüm denken, sehen Sie vor Ihrem inneren Auge vermutlich sofort Querstreifen in Blau und Weiß. Dasselbe Bild erscheint, wenn man sich an die vereinfachte Darstellung von Franzosen in Kinderbüchern erinnert. Wie hängt das zusammen?



Seefahrer im 19.Jhr.


1858 nannten die Franzosen das blau-weiß gestreifte Hemd, das wir oft mit ihren Landsleuten assoziieren, "la Marinière". Es wurde von Soldaten der französischen Marine, aber auch von Fischern getragen. Die historisch nachweisbaren Beweggründe dafür sind vielfältig: Es heißt zum einen, man habe an den Streifen gut erkennen können, wenn jemand über Bord gegangen sei. Außerdem wurde weniger teurer Indigo-Farbstoff verbraucht, indem man damit nur die Hälfte der Fläche blau einfärbte. Die bekannte Designerin Coco Chanel reiste 1910 an die französische Küste und verband die gestreiften Hemden mit dem unbeschwerten Lebensgefühl des Urlaubsgebietes. Sie verwendete das Design in ihrer Damen-Kollektion, woraufhin es ihr zahlreiche Haute-Couture-Schneider und Kostümdesigner für Hollywood-Filme nachtaten. Man benannte das "Breton-Shirt" nach dem Ursprungsort von Chanels Inspiration, der Bretagne. Seitdem steht das traditionelle Seefahrer-Motiv für den Chic und das berühmte "je ne sais quoi" der Franzosen.

Sie merken, der Streifen-Trend hat viel mehr Potenzial, als nur zum Segeln getragen zu werden. Ein gestreiftes Shirt lässt sich in ganz unterschiedlichen Outfits kombinieren. Wir zeigen Ihnen, wie vielseitig gestreifte Kleidung eigentlich ist!

Strand-Streifen

Beginnen wir mit der nächstgelegenen Variante: Nah am Wasser machen sich Streifen weiterhin gut. Man darf (und sollte) jedoch von der klassischen Farbkombination Blau/Weiß abschweifen, um nicht vorhersehbar zu sein, schließlich stechen Sie nicht in See. Für die vergnügliche Zeit mit Spiel und Spaß am Strand empfehlen wir bunte, lebendige Farben wie Rot, Gelb oder Grün. Sie setzen sich angenehm vor einem Hintergrund aus beigem Sand und blauem Meer ab und nehmen, in hellen Tönen gehalten, die gleißende Sonnenstrahlung nicht zu sehr auf. In der Kombination mit weißen Kontraststreifen bleibt der Einsatz von Farbe ein gekonnter Akzent, statt grell zu wirken.

 



Freizeit-Streifen

Auch in der sonstigen Freizeit lässt sich ein gestreiftes Shirt gut kombinieren. Doch das ist nicht die einzige Möglichkeit, den Streifen-Look lässig zu tragen. Wie wäre es stattdessen einmal mit einem gestreiften Unterteil? Streifenhosen sind ein wahres Statement, das sich gut mit beruhigenden Kombi-Partnern wie Uni-farbenen Polos oder T-Shirts verträgt, sodass ein modischer und dennoch tragbarer Style entsteht. Falls Sie jetzt mit Schrecken an die Comicfigur "Obelix" denken: Entscheiden Sie sich für Längsstreifen, werden Ihre Beine und damit die ganze Figur optisch gestreckt. Schmale Streifen wirken hier besonders harmonisch und schmeichelhaft.



Sport-Streifen

Bei sportlichen Aktivitäten sind Streifen ähnlich verbreitet, wie in unserem maritimen Klischee - denken Sie nur an die seitliche Verzierung vieler Trainingshosen. Wenn Sie es schlicht und klassisch mögen, können sie damit nichts falsch machen. Auch Accessoires wie gestreifte Socken, Kappen oder Schnürsenkel sind sportive Akzente, die noch mehr Dynamik in Ihr Trainingsoutfit bringen. Sie könnten sogar Neon-Streifen einsetzen: Zusätzliche Reflektoren sind für Sportler nach Einbruch der Dunkelheit durchaus praktisch.


Anlass-Streifen

Wenn es um semi-formelle Anlässe wie Geburtstage oder Kunstausstellungen geht, tendiert man oft zu Understatement, um nicht doch zu lässig gekleidet zu sein. Streifen können gerade deshalb eine willkommene Abwechslung sein! Generell gilt: Es kommt ganz auf Ihren persönlichen Stil sowie das individuelle Design der Kleidungsstücke an. Wenn Sie ganz sicher gehen wollen, wählen Sie Streifen dort, wo man ihnen nicht unmittelbar ausgesetzt ist, beispielsweise auf der Weste, dem Hemd oder, wie gezeigt, im Einstecktuch. Farblich auf das Hemd oder Sakko abgestimmt, ist ein gestreiftes Tuch ein Blickfänger, aber kein Störfaktor. Auf solch begrenztem Terrain können Sie den Streifen-Trend nach Lust und Laune leben und Blockstreifen, schmale Streifen, Einzelstreifen oder Diagonalstreifen wählen - was immer sie bevorzugen.



Business-Streifen

In den 80er-Jahren galt er als Erkennungssymbol der erfolgreichen Geschäftsmänner von der Wall Street: Der Nadelstreifenanzug. Was würde sich besser eignen, um zu zeigen, wie seriös Streifen sein können? Subtil wie mit einer einzelnen Nadel in den Stoff gezogen, sendet diese Streifensorte das Signal: Detailverliebt und bereit zu großem Aufwand, dennoch stets geschmackvoll. Kombinieren Sie entweder ein Sakko im Nadelstreifen-Design zu einer einfarbigen Hose oder wagen Sie den Komplett-Look für wahre Authentizität. Farblich können Sie sich heutzutage etwas mehr austoben, als noch vor vierzig Jahren. Nicht nur Schwarz und Anthrazit, auch Blau oder helles Grau bieten solide Hintergründe für das zeitlose Muster. 



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