Wunderkerzen anzünden, Raketen steigen, um Mitternacht Nachrichten per Handy verschicken - so kennen wir Silvester heutzutage. 

Doch wie sah das Ganze eigentlich früher aus? 

Wir haben ein paar alte Bräuche zusammengetragen - kennen Sie alle?

 



Geld und Glück im neuen Jahr

Traditionelle Silvestergerichte gehen meist auf den Wunsch zurück, im neuen Jahr Glück und Erfolg zu haben und alles Schlechte hinter sich zu lassen: So steckte man früher an Silvester eine Schuppe des Karpfens, der zum Abendessen auf den Tisch kam, in die Geldbörse - in der Hoffnung, sie würde einem im kommenden Jahr stets zu ausreichend Geld verhelfen. Auch Linsen aß man gern an Silvester, da ihre Form - sie erinnert an kleine Münzen - als Symbol für den erhofften Wohlstand betrachtet wurde.

Wer im neuen Jahr Glück haben möchte, sollte nach einem alten Glauben kein Geflügel, vor allem Gänse, verärgern. Sonst verfliegt das Glück mit der Gans.

 

Mit Licht und Lärm die bösen Geister vertreiben

Lange vor moderner Pyrotechnik wurden an Silvester Fackeln und Kerzen in großer Zahl angezündet - sie sollten böse Geister vertreiben und Gutes bringen. Doch nicht nur das Licht - auch der Lärm diente als Symbol für diesen Zweck. So hämmerten auf den Dörfern Schmiede das alte Jahr wortwörtlich aus, indem sie sich um den Amboss versammelten und abwechselnd auf ihn einschlugen.

Auch mit lauten Umzügen wollten die Menschen früher die bösen Geister fortjagen. Diese trieben - so der allgemeine Glaube - besonders zu Silvester und Neujahr ihr Unwesen.

Den Neujahrstag verbringen wir ja heute meist in Ruhe, schlafen aus und verfluchen die letzten Drinks. Das war fru?her anders: Auch der 1. Januar war noch voller Aktivitäten, die die Dämonen verjagen sollten. Zu diesen lauten Bräuchen gehörten auch das Neujahrsschießen und das Neujahrswerfen. Bei letzterem zerschlug man alte Töpfe, Teller und Gläser vor der Tur der Nachbarn.

 

Scherben bringen Glück

Ein anderer alter Silvesterbrauch bestand darin, dass die gesamte Familie oder Freunde den Mitternachtssekt (früher war es auch häufig noch Punsch) aus demselben Glas trank und dieses schließlich über die Schulter geworfen wurde und zerbrechen sollte. Von Hochzeiten und dem Polterabend kennt man ja, dass "Scherben Glück bringen" - das galt auch schon früher für Silvester. Zudem steht dieser Brauch symbolisch für die Gemeinschaft der Menschen.

 

Orakel für den Blick in die Zukunft

Heute wie damals beschäftigt an Silvester die Menschen die Frage, was das neue Jahr für sie bringen wird. Da früher das Denken und Handeln der Menschen vom Aberglauben bestimmt war, hofften viele, durch gewisse Orakel einen Blick in ihre Zukunft werfen zu können.

Die Zeit vom 25.12. bis 06.01. galt als besonders entscheidend - hier trieben viele böse Geister ihr Unwesen. Daher war Silvester der geeignete Tag, Fragen an das Schicksal zu stellen! Die Leute stachen mit einer Nadel oder einem Messer seitlich in das Gesangbuch oder in die Bibel und schlussfolgerten aus der aufgeschlagenen Stelle auf Freud oder Leid, Glück oder Unglück im nächsten Jahr.

Junge Mädchen versuchten mit Apfelschalen früher, einen Blick in die Zukunft zu erhaschen. Aus den hinter sich geworfenen Schalen sollte man den ersten Buchstaben des Namens seines zukünftigen Ehemannes lesen können.

 

Sie sehen schon, früher war an Silvester noch einiges anders. Ob Sie sich nun einen der eben vorgestellten Bräuche zu Eigen machen oder es doch ganz modern abläuft - wir wünschen Ihnen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches 2020!