Wir alle tragen sie gerne. Aber wenn wir mal ehrlich sind, wie viel wissen wir wirklich über Wolle? Und weil es zu Wolle doch einiges zu wissen gibt, möchten wir Sie in unsere kleine Wollkunde einführen - denn Wolle ist nicht gleich Wolle. Wenn wir es genau nehmen wollen, stellen wir schnell fest, dass das Thema Wolle äußerst komplex ist und stets vieles vermischt wird. Deshalb beschränken wir uns in diesem ersten Teil auf die reine Wolle. Da Baumwolle und (edles) Haar, wie Kaschmir, Alpaka etc. eigene Gattungen sind, werden wir diese in kommenden Beiträgen näher erläutern.

 

WOLLE

Der Begriff Wolle ist der Überbegriff für die weichen Haare des Schaf-Fells. Diese unterscheiden sich grundlegend von dem spinnfähigen Haar anderer Tiere, wie denen der verschiedenen Kamel-Arten, wie Alpaka oder Lama. Das Fell der Schafe besteht, vereinfacht gesagt, aus den äußeren, groben und steifen Haaren sowie einer inneren Schicht aus weichen und feinen Haaren. Sie zeichnet sich durch stark gekräuselte Haare aus, welche für die gute Wärmeisolierung sorgen.
Seit ca. 4000 v. Chr. wird Wolle nachweislich vom Menschen genutzt.

 

SCHURWOLLE

Als Schurwolle bezeichnet man Wolle, die im wahrsten Sinne des Wortes, ganz frisch (oder neu) vom lebenden und jungen Schaf geschoren wird. Schurwolle ist also eine reine Naturfaser, die durch die Schur gesunder Schafe stammt. Sie ist schmutzabweisend, selbstreinigend und die Woll-Fasern schließen Luft effektiv ein, wodurch sie hervorragend wärmend wirken können. Darüber hinaus kann Schurwolle bis zu 30% des eigenen Gewichts an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne sich schwerer oder gar klamm anzufühlen.

 

MERINOWOLLE

Die hochwertigste Wolle ist die Merinowolle, die vom gleichnamigen Schaf stammt. Merinowolle ist sehr fein und zeichnet sich durch eine starke Kräuselung und hohe Elastizität aus. Was sie aber so besonders unter den Woll-Arten macht, ist die Tatsache, dass sie sehr leicht und weich ist und nicht auf der Haut kratzt. Daher wird Merinowolle gerne für hautnahe Textilien, wie Pullover, Schals oder Strümpfe verwendet. Meist stammt Merinowolle vom australischen Merino-Schaf. Diese Schaf-Art ist weiß - daher ist diese Woll-Art besonders gut zum Färben geeignet und muss nicht gebleicht werden.

 

REISSWOLLE

Reißwolle wird aus wollhaltigen Alttextilien gewonnen und ist damit ein Recycling-Produkt. Dabei werden, wie der Name nahe legt, Wollfasern aus dem Gewebe "gerissen". Das hat zur Folge, dass die Fasern stets kürzer als Merino-Fasern sind. Je nach Ausgangsmaterial lassen sich verschiedene Qualitäten der Wolle unterscheiden. Generell ist Reißwolle eine Wollart minderer Qualität, im Vergleich zur Schurwolle. Das hat zur Folge, dass das Mischen von Reiß- und Schurwolle gesetzlich verboten ist.