Keine Nudeln, keine Kartoffeln, kein Brot und Extrem-Workouts - ganze 19 Kilo soll sich Schauspieler Colin Farrell für seine Rolle als Kriegsfotograf in "Triage" mit einem fast kohlenhydratarmen Essen abgehungert haben. Keine Frage, vom Abnehmen kann wahrscheinlich ganz Hollywood ein Lied singen. Aber sicherlich haben auch Sie mal eine Diät gemacht? Aber was ist noch gesund und was ist zu viel des Guten? Wir beschäftigen uns mit den extremsten Diäten ...




DIE 8 STUNDEN-DIÄT



Erklärung: Bei der 16:8-Methode (Acht-Stunden-Diät) beschränkt man das Essen während 8 Stunden täglich, danach folgt eine 16-stündige Fastenphase. Es gibt also ein Zeitfenster von 8 Stunden, in dem alle 3 Mahlzeiten stattfinden sollen. Während der restlichen 16 Stunden wird dem Körper Ruhe gegönnt.



Vorteile: Man sollte nicht massenhaft Fettiges essen, doch der Spielraum ist groß - somit muss man nicht groß verzichten. Außerdem gibt es eine relativ schnelle Gewichtsabnahme, da der Wechsel von Essens- und Fastenphase im Tagesrhythmus vollzogen wird. Das fördert die Fettverbrennung über Nacht bis zur nächsten Mahlzeit. 



Nachteile: Essen gehen mit Freunden oder Partner wird schwierig, wenn es spezielle Uhrzeiten gibt, die Sie einhalten müssen. Und: Kleine Naschereien abends beim Fernsehen bleiben dann wohl eher tabu.




DIE OMG-DIÄT



Erklärung: OMG steht für "Oh my God" - die Diät wurde erfunden vom Sportwissenschaftler und Personal Trainer Venice A. Fulton. Schon nach 6 Wochen soll man bis zu 9 Kilogramm verlieren. So geht's: Kein Frühstück. Schwarzen Kaffee und grünen Tee trinken. Jeden Tag ein kaltes Bad nehmen (der Körper verliert Wärme und greift dann Fettreserven intensiv an). Nur dreimal am Tag (proteinreich) essen. Auf Kohlenhydrate verzichten. Jeden Tag Sport machen. Viel schlafen und proteinreiche Lebensmittel essen.



Vorteile: Man bewegt sich viel, bleibt fit und kann sehr viel Gewicht verlieren. Besonders kann man die Fettdepots an Oberschenkeln, Bauch und Taille schmelzen lassen. 



Nachteile: Kein Frühstück (nicht mal Obst, da Fruchtzucker), sondern gleich Sport machen und dann noch ein kaltes Bad nehmen, braucht viel Disziplin. Nach der Bewegung in der Früh muss etwa eine Stunde nichts gegessen werden. Generell gilt: Jede Mahlzeit muss man sich verdienen - ideal sind 15 Minuten Sport und nach einer 15-minütigen Wartezeit eine proteinreiche Mahlzeit. Außerdem: Zu lange kalte Bäder können zu Kreislaufproblemen führen und der Verzicht auf Obst ist auch nicht unbedingt gesund.




PALEO BZW. URDIÄT 



Erklärung: Paleo bedeutet: möglichst naturbelassen, roh und unverarbeitet - der Begriff kommt aus dem Englischen und bezieht sich auf das Paläolithikum, die sogenannte Altsteinzeit. Gegessen werden darf alles was erjagt oder gesammelt wurde, wie z. B. Fleisch, Fisch, Früchte, Gemüse, Eier etc. Tabu ist alles was verarbeitet ist wie Zucker etc. und kein Getreide. Denn bevor die Menschen Bauern wurden, gab es keine große Getreideverarbeitung. Auch Milchprodukte sind nicht erlaubt, da Jäger und Sammler keine Nutztiere hielten. 



Vorteile: Kein Fast Food und verarbeitete Lebensmittel zu essen, tut sicherlich gut. Positiv ist auch, dass Paleo-Anhänger mehr selbst kochen, weil sie nichts Zubereitetes essen wollen. Auch Sportler kommen mit der Low Carb-Diät gut auf ihre Kosten - genau wie einige Allergiker, da man hierbei Gluten und Milchprodukte meidet. 



Nachteile: Brot und Käse-Fans genau wie Vegetarier und Veganer werden sich schwertun! Aber auch der hohe Eiweißanteil, der im Zuge der Diät gefordert wird, kann auf Dauer zu gesundheitlichen Problemen wie Arteriosklerose und Gicht führen. Und zuletzt: Einkäufe mit viel Fleisch und tierischen Lebensmitteln gehen ganz schön in den Geldbeutel ...




DIE FETT-DIÄT



Erklärung: Das Motto der Fett- bzw. ketogenen Diät lautet "Low Carb - High Fat". Gegessen werden kaum Kohlenhydrate, Eiweiß in Maßen und viel Fett. Nudeln, Brot, Reis, Zucker sind tabu, dafür kommen fetter Fisch, Fleisch, Wurst, Eier, Zucchini & Co. in Frage. Obst nur in geringen Mengen, aufgrund des Fruchtzuckergehalts. Durch diese Ernährungsart ist irgendwann der Glukosespeicher aufgebraucht - der Körper bedient sich zur Energiegewinnung an den Fettzellen. Diesen Zustand nennt man Ketose - erreicht wird er ca. zw. 24 - 72 Stunden. Der Stoffwechsel verwandelt Fettsäuren in sog. Ketone, die zur Energiegewinnung verwendet werden.



Vorteile: Man nimmt stark ab und das Fett schmilzt, besonders in Kombi mit Sport. Bei anderen Diäten müsste man auf viele Lebensmittel verzichten - hier hat man relativ viel Spielraum. 



Nachteile: Durch die starke Umstellung und die unausgewogene Ernährung kommt es erst mal zur starken Müdigkeit - auch "Keto-Grippe" genannt. Außerdem ist diese Diät ziemlich sauer für den Körper, also nicht gerade basisch. Die Folgen können dann Mundgeruch oder Nierensteine sein. Da man zudem auch zu wenige Ballaststoffe (in Obst, Vollkorn etc.) zu sich nimmt, kann es zu Verdauungsproblemen kommen.

 



FAZIT


Ob Diät mit viel Fett oder nur mit unbehandelten Produkten: Sicherlich kann man diese Diäten mal probieren, aber um langfristig gesund und fit zu bleiben, ist eine ausgewogene Ernährung im richtigen Maß und Sport ausschlaggebend. Tipps: Bei Heißhungerattacken lieber auf gesunde Snacks wie Mandeln oder Datteln zurückgreifen statt zu Schokolade und Chips. Lieber die Hauptmahlzeiten gesund oder kleiner gestalten - wobei mal etwas ungesundes auch kein Weltuntergang ist. Wenn Sie dann noch viel trinken und sich bewegen (an der frischen Luft idealerweise), dann haben Sie auch Ihren Körper im Griff.