Bei einem Anzug spielen viele Faktoren eine Rolle: Die Qualität des Stoffes, die Farbe, die Verarbeitung, das Muster - doch die wichtigste Grundlage für den Anzug ist die richtige Passform und das Wissen, worauf man bei einem klassischen und modernen Anzug-Look achten sollte ...



KLASSISCHE ANZÜGE





Bei einem klassischen (Business-)Zwirn ...


- ... ist das Revers meist fallend. Die Revers-Naht verläuft somit in die entgegengesetzte Richtung.


- ... haben (Dreiknopf-)Sakkos in der Regel 1 Rückenschlitz - dieser sollte übrigens keinesfalls aufklappen, sondern glatt anliegen. Gut geeignet auch für Männer mit untersetzter Figur, weil er den Träger etwas schlanker wirken lässt. Wichtig: Bitte nicht vergessen den Schlitz beim Kauf zu öffnen!


- ... liegt die Hose hinten bis zum Schuhabsatz auf und gibt vorne nur einen dezenten Knick ab


- ... geht die Sakkolänge über das Gesäß. Tipp: Um herauszufinden, ob Ihr Jackett zu lang ist, lassen Sie die Arme hängen und versuchen Sie den Saum zu umfassen. Sollten Sie ihn nicht erreichen, ist das Sakko zu lang.



MODERNE ANZÜGE





Bei einem modernen (Business-)Zwirn ...


- ... ist das Revers meist steigend. Hier zeigt eine Ecke an der Revers-Naht nach oben.


- ... haben (Ein- & Zweireiher-)Sakkos meist 2 Rücken-Schlitze. Sie passen meist gut zu einem schmal geschnittenen Sakko und haben den Vorteil, dass sie für viel Bewegungsfreiraum sorgen und das Jackett nichts von seiner Form einbüßt, wenn man die Hände in die Taschen steckt.


- ... geht die Länge der Hose bis zum Knöchel und lässt ein bisschen etwas vom (gerne farbigen) Socken hervorblitzen - für modische, lässige Looks. Manche Hosen haben unten noch einen Umschlag. Diese verkürzen aber optisch das Bein und deshalb empfehlen wir sie eher großen Männern. 


- ... geht die Sakkolänge bis zur Hälfte des Gesäßes - das wirkt nicht nur moderner, sondern verlängert auch optisch die Beine. 


- ... hat die Anzug-Hose meist eine Bundfalte. Die Längsfalte, die sich vom Bund abwärts über das gesamte Bein zieht, sorgt für eine sachliche, elegante Note, eine fließende Silhouette und streckt das Bein zudem optisch. 



ALLGEMEINE PASSFORM-REGELN


Knopf: Bei Sakkos mit zwei Knöpfen den oberen schließen, bei Modellen mit drei Knöpfen den mittleren und evtl. oberen. Beim 2-Reiher nur den oberen Knopf schließen.





Ärmel-Länge: Die Ärmel sollten kurz vor dem Handgelenk enden und ca. 1 cm Manschette hervorblitzen lassen. Es kann auch mehr sein, aber nie zu viel. 


Revers: Es sollte weder knicken, noch im Nacken abstehen, sondern zusammen mit dem Kragen am Körper anliegen und eine Einheit bilden. Tipp: Knöpfen Sie Ihr Sakko zu und schieben Sie zwei Finger auf Brusthöhe horizontal unter das Sakko. Passen beide Finger exakt in den Zwischenraum, sitzt das Sakko perfekt.


Schulter: Die Schulternaht muss bündig am Oberarm abschließen. Bilden sich Querfalten, ist das ein klares Zeichen für eine schlechte Passform. Übrigens: Eine zu breite Schulter-Partie lässt den Kopf optisch klein wirken, bei einer zu schmalen wirkt der Kopf zu gestreckt. 


Rücken & Nacken: Die Rückenpartie sollte glatt sein und Ihnen ausreichend Bewegungsspielraum lassen. Wirft das Sakko hinten horizontale Falten, ist es zu eng. Vertikale Falten (bis auf die Bewegungsfalte unter der Achsel) sagen: zu weit.


Taille: Als Orientierung sollte max. eine geballte Faust zwischen Sakko und Bauch passen. Der Knopf ist auch ein Indiz für eine gute Passform - spannt er stark, passt die Weite nicht in der Taille. Eine kleine Ausnahme gilt bei Slim Fit-Anzügen: sie sollen schmal sitzen, d.h. ein leichter Zug auf dem Knopf darf sein.