Auf dem Schützen- und Trachtenumzug können Sie sie noch erleben - die ansprechende Vielfalt von traditionsreicher Trachtenmode. Angeführt vom Münchner Kindl ziehen immer am ersten Oktoberfest-Sonntag mehrere Tausend Teilnehmer durch die Münchner Innenstadt und tragen ihre wunderschön anzusehenden Trachten zur Schau. 


Allerdings wird für die darauffolgende Oktoberfest-Zeit von den Fans traditionsgemäßer Bekleidung ein hohes Maß an Toleranz abverlangt - denn mit anständiger Tracht haben so einige Outfits wirklich nicht mehr viel gemeinsam. Doch was ist überhaupt Tracht und wo geht die Verkleidung los? Als Münchner Traditionsunternehmen "betrachten" wir das Ganze einmal und klären auf, was geht - und was nicht.



NICHT ALLZU BUNT TREIBEN

Farbige Lederhosen wirken albern - sei es mit grellen Kontrastnähten, quietschbunten Stickereien oder gar vollständig gefärbtem Leder. Wenn Stickereien auf der Lederhose gewünscht sind, dann sollten diese in Beige, Senfgelb oder Tannengrün gehalten sein. Die Lederhose selbst zeigt sich stets in natürlichem Schwarz oder Braun - und bitte nicht in Grün, Blau oder Pink.


LEDER IST NICHT GLEICH LEDER

Nicht jedes Leder ist für eine Lederhose geeignet. Traditionell wird Hirsch- oder Ziegenleder verwendet. Beide Materialien sind robust und überstehen das Feiern auf vielen Volksfesten - hier entscheiden das Image und der Geldbeutel: Eine "Hirschlederne" ist noch ursprünglicher und deutlich hochpreisiger als eine "Ziegenlederne". Bei Lederhosen aus Schweins- oder Rindsleder hingegen ist Obacht geboten: denn diese könnten bereits nach einigen Stunden reißen. Was als Material überhaupt nicht geht, man aber gerade bei unseren ausländischen Oktoberfest-Besuchern immer wieder voller Stolz und Überzeugung sieht: Stoff - Herrgott es heißt ja schließlich nicht umsonst Lederhose!


HEMD STATT T-SHIRT

Nicht nur bei der Hose, auch bei der Oberbekleidung kann man jedes Jahr wieder die modischen Fehlsünden entdecken, die so manches Trachtenherz bluten lassen: Unterhemd oder T-Shirt (am besten noch mit einem "witzigen" Trinkspruch) - zur Lederhose absolut verboten! Traditionell wird zum Hemd gegriffen - das kann ein weißes Leinenhemd mit Biesen und Hirschhorn-Knöpfen (in Bayern "Pfoad" genannt) oder ein farbiges Karohemd sein. Aus traditioneller Sicht auch ein modischer Fauxpas, wird aber gerade bei der jungen Hipster-Generation leider häufig gesehen: das Halstuch!


DAS RICHTIGE SCHUHWERK

Turnschuhe zur Lederhose - das muss man ja bereits seit einigen Jahren mitansehen und der gestandene Trachtler stöhnt wahrlich auf, wenn die Haferlschuh im Schrank bleiben müssen (oder gar nicht erst gekauft werden). Wenn dazu auch noch die Kniestrümpfe oder Loferl weggelassen werden, ist das traditionelle Flair der Tracht wirklich dahin.


Doch Tradition hin oder her - wenn Sie sich in der Lederhose nicht wohlfühlen oder sich damit verkleidet vorkommen, dann lassen Sie sich von unseren Oktoberfest-Looks inspirieren! Wir zeigen Ihnen, wie Sie Ihrem Outfit einen leichten Trachten-Touch verpassen können - und sich dabei dennoch wohlfühlen.