City-Looks für Herren
Sommer in der Stadt. Stil damals wie heute.

Bis in die 1950er Jahre war es undenkbar, in der Stadt ohne Sakko und Kopfbedeckung unterwegs zu sein — auch bei 30 Grad im Schatten. Was aus heutiger Sicht nach Qual klingt, war in Wahrheit längst gelöst: leichte Stoffe, weite Schnitte und die richtige Kombination machten Eleganz auch im Hochsommer möglich. Vieles davon kommt gerade zurück. Bundfalten, Leinenanzüge, die Schiebermütze, der Panamahut — nicht als Kostümierung, sondern weil die Lösungen von damals mit heutigen modernen Stoffen noch besser werden.
Der Klassiker: Leinenanzug und Panamahut.
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Der ungefütterte Leinenanzug in hellem Beige war schon in den 1930ern die Antwort auf die Sommerhitze — leicht, luftig, trotzdem gesellschaftsfähig. Dazu das Kurzarmhemd mit Reverskragen, das in den 1940ern als Kuba-Hemd seinen Anfang nahm und heute unter dem Sakko die formelle Alternative zum geschlossenen Hemd ist. Der Panamahut vervollständigt den Look — nicht als modisches Zitat, sondern als das, was er seit über hundert Jahren ist: der beste Sonnenschutz, den ein Mann mit Stil tragen kann.
Die moderne Antwort: Overshirt statt Sakko.
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Wer heute in der Stadt gut angezogen sein will, ohne einen Anzug zu tragen, greift zu einer Kombination, die es vor dreißig Jahren so nicht gab. Das Overshirt — offen getragen, aus leichter Baumwolle — übernimmt die Rolle des Sakkos, ohne dessen Formalität mitzubringen. Darunter ein feines Strick-Polo, dazu die Bundfaltenhose in gedecktem Grün, die den weiten Schnitt der Dreißiger und Vierziger in eine heutige Silhouette übersetzt. Die weißen Ledersneaker machen den Bruch zur Vergangenheit sichtbar und den Look alltagstauglich.

Der Sportliche: Schiebermütze und Bootsschuh.
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In den 1920ern und 30ern gehörte Sport noch zu den Privilegien — und die Kleidung, die man dafür trug, strahlte das auch aus. Polohemden, Bootsschuhe und die Schiebermütze waren Freizeitkleidung wohlhabender Männer, bevor sie in der Alltagsgarderobe ankamen. Dieser Look greift das auf: das marineblaue Strick-Polo, die weiße Bundfaltenhose mit Luft am Bein, dazu braune Bootsschuhe und eine Schiebermütze in dezentem Grau. Sportlich, ohne sportlich gemeint zu sein.
Früher undenkbar in der Stadt: Halbe Sachen.
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Kurze Hosen in der Stadt — das wäre bis in die 1960er einem gesellschaftlichen Fehltritt gleichgekommen. Bermuda-Shorts gehörten an die Côte d'Azur, nach Capri oder auf die namensgebenden Inseln, wo sie maßgeschneidert, mit Bügelfalte und in die Hose gestecktem Hemd getragen wurden. Ein Privileg des Urlaubs, nicht des Alltags.
Heute hat sich das gründlich verändert. Die Leinenshorts in gedecktem Taupe, dazu ein gestreiftes Kurzarmhemd mit Reverskragen, locker getragen, offene Ledersandalen und eine Aviator-Sonnenbrille — das ist ein Look, der in jeder sommerlichen Innenstadt funktioniert, ohne sich erklären zu müssen. Was einmal der Riviera vorbehalten war, gehört längst zur urbanen Garderobe.



































































































































