Weihnachten wird nicht nur bei uns - sondern auch im Rest der Welt gefeiert! Dabei können die Feierlichkeiten für unser Verständnis auch leicht sonderbar ablaufen. Ein paar internationale Bräuche haben wir für Sie gesammelt:

 

SPANIEN

Seit ein paar Jahrzehnten zahlt die spanische Nationallotterie die größte Geldsumme des Jahres aus: genannt "El Gordo" oder "Der Fette." Das Ganze ist zu einem großen öffentlichen Ereignis geworden, welches in der Regel am 22. Dezember stattfindet. Die Leute treffen sich zu Tausenden zusammen, in der Hoffnung einer der glücklichen Gewinner zu sein. Die Lotteriezahlen werden dabei traditionsgemäß von 22 Schulkindern gesungen und das ganze Land steht mehr oder weniger still zusammen - und hofft auf das "reichste" Weihnachtsgeschenk ihres Lebens.

 

JAPAN

In Japan war Weihnachten noch nie eine große Sache. Abgesehen von ein paar weltlichen Traditionen wie Geschenken und Lichterketten ist das Fest hier eher eine Nebensache. Auch das Essen ist eine echte Geschmacksfrage - statt Gans und Karpfen verbindet man Weihnachtsessen mit drei Buchstaben: KFC. Tatsächlich laufen die Japaner in Scharen in die amerikanische Fast-Food-Kette KFC ein, um "Kurisumasu ni wa kentakkii!" auch bekannt als "Kentucky zu Weihnachten!" zu essen. Die Tradition, ein (gebratenes) Weihnachtshühnchen zu essen, geht auf eine Werbekampagne aus den 70ern zurück - und bis zu diesem Tag verzeichnet KFC an Heiligabend den höchsten Umsatz des Jahres.

 

USA

In den Staaten sollte die Essiggurke die favorisierte Weihnachtsdekoration sein - denn sie bedeutet, dass man ein zusätzliches Geschenk erhält: So wird ein Ornament in Form einer Essiggurke irgendwo am Weihnachtsbaum versteckt und derjenige, der es findet, bekommt ein Extrageschenk oder hat in der nächsten Zeit einfach sehr viel Glück. Es ist unklar, woher diese Tradition eigentlich kommt, aber damit können wir vermutlich alle leben - solange wir das zusätzliche Geschenk bekommen!


POLEN

In Polen sollte man an Heiligabend definitiv mit leerem Magen erscheinen, da es hier - ähnlich wie in Russland und der Ukraine - zwölf verschiedene Gerichte gibt, in Erinnerung an die zwölf Apostel. Diese Gerichte sind in der Regel vegetarisch oder mit Fisch - da Fleischverzehr in Polen erst wieder ab dem 25. Dezember erlaubt ist. In vielen Familien wird ein Zusatzgedeck aufgelegt, falls ein unerwarteter Gast kommt. Und: Nach einer Legende können Tiere in der Weihnachtsnacht sprechen.

 


UKRAINE

Das wird vermutlich viele Frauen (nicht) freuen: In der Ukraine gibt es tatsächlich Weihnachtsspinnen. So werden Weihnachtsbäume mit Spinnweben dekoriert - doch keine Sorge, es sind nur Ornamente, die wie Spinnweben aussehen und Glück bringen sollen. Die Geschichte geht auf eine arme Frau zurück, die sich keine Ornamente leisten konnte, um ihren Baum damit zu schmücken. Am nächsten Morgen erwachte sie und ihr Baum war mit Spinnweben übersät, die im Sonnenlicht glitzerten und den Baum verzierten.

Übrigens: Wussten Sie, dass es in vielen Ländern als Glückszeichen angesehen wird, wenn man ein Spinnennetz am Weihnachtsbaum findet?

 

HOLLAND

Weihnachten wird in Holland kaum gefeiert - Nikolaus aber dafür umso mehr: Am Abend des 5. Dezember kommt "Sinterklaas" und bereitet den Kindern eine große Bescherung. Die Geschenke werden dabei so verpackt, dass nicht erraten werden kann, was sich darunter verbirgt - das erhöht die Spannung. Außerdem ist jedem Geschenk ein Gedicht beigefügt, das von Sinterklaas ?persönlich? unterschrieben ist. Doch schon vor Nikolaus ist die Aufregung groß: Der Legende nach kommt Sinterklaas, der gleichzeitig Schutzpatron der Seefahrer ist, bereits Ende November mit dem Schiff aus Spanien angereist und verteilt Süßigkeiten in die Stiefel der aufgeregten Kinder. Diese stellen als Gegenleistung seinem Pferd eine Karotte und Wasser vor die Tür - schließlich hat es eine anstrengende Reise hinter sich!



FRANKREICH

Der Weihnachtsmarkt ist nicht nur bei uns beliebt: In Paris können Sie auf der berühmten Champs-Elysées und selbst im mediterranen Südfrankreich fast den ganzen Dezember über eine Tasse Glühwein genießen. In Frankreich ist jedoch nur der 25. Dezember ein Feiertag. An diesem Tag bringt Père Noël die Geschenke vorbei, während am 24. die Christmesse besucht und ein echtes Festmahl verspeist wird. Beim sogenannten Réveillon de Noël werden traditionell sogar sieben Gänge und 13 Desserts serviert. Zu den typischen Speisen in Frankreich an Heiligabend gehören ein mit Maronen gefüllter Truthahn, Gänsestopfleber, Muscheln und Pasteten. Eine Platte mit ausgewählten Käsesorten, Butter und Brot darf natürlich nicht fehlen. Als Dessert gibt es zudem den bekannten Bûche de Noël, ein Kuchen, der einem Baumstamm ähnelt.

 

PHILIPPINEN

Die wohl längste Weihnacht wird auf den Philippinen gefeiert - bereits am 16. Dezember beginnen hier die offiziellen Weihnachtsfeiertage. Bis zum Heiligabend wird dann jede Nacht zwischen 3:00 Uhr und 4:30 Uhr ein Gottesdienst abgehalten. Der 24. Dezember ist dann quasi Bergfest des Feiermarathons. Am 28. ist "Niños inocentes", ein Feiertag, an dem man sich gegenseitig Streiche spielt, ähnlich dem ersten April in Deutschland. Weihnachten endet auf den Philippinen erst am "Dreikönigstag", der hier immer auf den ersten Sonntag im neuen Jahr gelegt wird.

 

GROSSBRITANNIEN

Eine Weihnachtstradition, die vor allem in England, Schottland und Irland weit verbreitet ist, ist das Küssen unter einem Mistelzweig. Dieser wird zur Adventszeit an die Decke oder die Eingangstür gehängt. Jedes Mal, wenn zwei Leute unter einem Mistelzweig stehen, müssen sich diese - so verlangt es der Brauch - küssen und eine Beere vom Zweig zupfen. Diese Geste soll vor allem Glück, Gesundheit und Fruchtbarkeit bringen.